Ein Rückgang der finanziellen Mittel gefährdet seit Mai 2026 die Unterstützung von sudanesischen Flüchtlingen in Ägypten, wie die UN-Flüchtlingsagentur (UNHCR) mitteilte.
FinanzierungsrĂĽckgang und Zahlenlage
Der UNHCR‑Sprecher in Ägypten, Christine Beshay, erklärte, dass die durchschnittliche finanzielle Zuwendung pro Flüchtling von 11 US‑Dollar im Monat auf 4 US‑Dollar gesunken sei. Gleichzeitig sei die Zahl der Flüchtlinge von 300 000 im Jahr 2023 auf mehr als 1,1 Millionen im Jahr 2026 gestiegen, wobei derzeit rund 850 000 sudanesische Flüchtlinge im Land leben.
Auswirkungen auf das Cash‑Assistance‑Programm
Das monatliche Bargeld‑Hilfsprogramm zahlt derzeit etwa 1.530 ägyptische Pfund (ca. 29 US‑Dollar) pro Familie. Aufgrund einer Finanzierungslücke von nur zwei Prozent des benötigten Budgets sei die Zahl der begünstigten Familien auf weniger als die Hälfte gesunken, und das Programm stehe kurz vor einer möglichen Schließung, falls in den kommenden Wochen keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt würden.
Alltägliche Konsequenzen für betroffene Familien
Ein Beispiel ist Nawal, ein alleinerziehender Elternteil mit sechs Kindern, das nur drei Kinder in die Schule einschreiben konnte, während das älteste Kind die Schule verlassen habe, um die Geschwister zu versorgen. Trotz Teilzeitarbeit reicht das erhaltene Geld nicht aus, um sowohl Nahrung als auch Bildung zu finanzieren.
Reaktionen und Perspektiven der UNHCR
Beshay betonte, dass das Bargeld‑Programm den Familien die Möglichkeit gebe, selbst zu entscheiden, wofür das Geld verwendet wird – sei es Miete, Nahrung, Bildung oder Gesundheit. Sie verwies zudem auf positive Entwicklungen im privaten Sektor, der durch soziale Verantwortung Schulungen und Arbeitsplätze für Flüchtlinge anbiete, was langfristig neue Chancen eröffne.
Ausblick und Handlungsbedarf
Die UNHCR fordert die internationale Gemeinschaft auf, die Finanzierung kurzfristig zu erhöhen, um ein Aussetzen der Hilfsleistungen zu verhindern. Ohne zusätzliche Unterstützung drohen weitere Verschlechterungen der Lebensbedingungen und ein Rückgang der Schulbeteiligung bei den Kindern der Flüchtlinge.
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