Studienaufbau
Eine multizentrische retrospektive Beobachtungsstudie untersuchte 96 Augen, die zwischen 2015 und 2025 einer Descemet‑Membran‑Endothel‑Keratoplastik (DMEK) wegen Endothel‑Dysfunktion unterzogen wurden. Alle Fälle verfügten über mindestens zwölf Monate Nachbeobachtung. Ziel war es, die Beziehung zwischen einer flachen Vorderkammer (AC) und dem Auftreten von bullöser Keratopathie (BK) zu charakterisieren.
Patientengruppen
Die untersuchten Augen wurden in zwei Hauptgruppen eingeteilt: solche mit Fuchs‑Endothel‑Dystrophie (FECD) und solche mit Endothel‑Dysfunktion, die mit einer flachen AC assoziiert war. Die flache‑AC‑Gruppe umfasste Patienten mit dokumentierter Vorgeschichte von akutem primärem Winkelverschluss (APAC) oder Argon‑Laser‑Iridotomie (ALI) (PACD/ALI) sowie Patienten ohne derartige Vorgeschichte (shallow‑AC).
Messungen und Ergebnisse
Die prä‑Katarakt‑Messung der Vorderkammertiefe (ACD) war in der flachen‑AC‑Gruppe signifikant geringer als in der FECD‑Gruppe (1,93 ± 0,40 mm vs. 2,28 ± 0,27 mm, p < 0,001). Dieser Unterschied blieb nach der Katarakt‑Operation bestehen. Weitere Parameter wie Axiallänge, Hornhautdicke und Endothel‑Kennwerte wurden ebenfalls verglichen, ohne dass wesentliche Unterschiede die Schlussfolgerungen beeinflussten.
LangzeitĂĽberleben der Transplantate
Die fünf‑jährige Graft‑Survival‑Rate nach DMEK lag in beiden Hauptgruppen über 90 % und unterschied sich nicht signifikant zwischen der flachen‑AC‑Gruppe und der FECD‑Gruppe. Auch innerhalb der flachen‑AC‑Gruppe zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Subgruppen PACD/ALI und shallow‑AC.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine flache Vorderkammer mit einer erhöhten Gefahr der Hornhaut‑Endothel‑Dekompensation verbunden sein kann, selbst wenn kein akuter primärer Winkelverschluss oder keine Argon‑Laser‑Iridotomie vorliegt. Mit geeigneter perioperativer Betreuung scheint DMEK jedoch langfristig günstige Ergebnisse zu ermöglichen.
[Lizenzangabe]: ‚Quelle beachten‘
[Zusatz]: ‚ Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.‘
Ende der Uebertragung