Eine aktuelle Studie, veröffentlicht am 14. Januar in *Nature*, belegt, dass die Senkung der Erdoberfläche in den weltweit größten Flussdeltas die aktuelle Rate des globalen Meeresspiegelanstiegs übertrifft. Die Analyse basiert auf einem Jahrzehnt an Radar‑Daten des Copernicus‑Sentinel‑1‑Satelliten, der seit 2014 kontinuierlich InSAR‑Messungen liefert.

Ausmaß der Senkung

Die Untersuchung deckte 40 bedeutende Flussdeltas ab und ergab, dass mehr als die Hälfte der untersuchten Regionen mit Raten von über 3 mm pro Jahr absinken. In 18 der 40 Deltas übersteigt die durchschnittliche Senkungsrate bereits die geozentrische Meeresspiegelzunahme, in einigen Fällen sogar die projizierten Werte für das Ende des Jahrhunderts.

Menschliche Einflüsse

Die Studie identifiziert mehrere anthropogene Faktoren, die die Senkung beschleunigen: übermäßige Grundwasserentnahme, Öl‑ und Gasförderung, Landnutzungsänderungen durch Urbanisierung und Landwirtschaft sowie veränderte Sedimentablagerungen infolge von Staudämmen. Städte mit starkem Bevölkerungswachstum, etwa im Yellow‑River‑Delta oder im Mekong‑Delta, zeigen besonders hohe Senkungsraten.

Betroffene Bevölkerung

Flussdeltas bedecken weniger als 1 % der Erdoberfläche, beherbergen jedoch rund 500 Millionen Menschen. Von den 76 Millionen Menschen, die in Delta‑Gebieten unter 1 m Höhe leben, befinden sich 84 % (63,7 Millionen) in Bereichen, die schnell absinken. Zu den am stärksten betroffenen Metropolen zählen Alexandria, Bangkok, Dhaka, Kolkata, Shanghai, Jakarta und weitere.

Die Analyse nutzt die vollständige Sentinel‑1‑SAR‑Datenbank von 2014 bis 2023 und wendet ein mehrzeitliches InSAR‑Verfahren an, um präzise Veränderungen der Oberflächenerhebung sowie vertikale Erdbewegungen zu erfassen.

Der Missionsleiter des Sentinel‑1‑Programms, Nuno Miranda, betont, dass die Ergebnisse die einzigartige Fähigkeit des Satelliten belegen, globale, hochauflösende InSAR‑Messungen bereitzustellen und damit entscheidende Daten für die Bewertung von Senkungsursachen und die Entwicklung nachhaltiger Anpassungsstrategien zu liefern.

Die Befunde unterstreichen die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen, um die Senkung zu begrenzen und gleichzeitig die breiteren Anstrengungen zur Eindämmung des Klimawandels zu unterstützen, um die Lebensgrundlage von Millionen Menschen in den gefährdeten Delta‑Regionen zu sichern.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Space Agency, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.

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