USA: Folsäure erhöht enzymatische Aktivität bei Fabry‑Krankheit – neue Laborbefunde
Eine im Journal PLOS ONE veröffentlichte Studie von Sabiha Khatoon und Mohammed A. Junaid liefert Hinweise darauf, dass Folsäure die Aktivität des Enzyms α‑Galaktosidase A in menschlichen Lymphoblasten und rekombinanten Enzympräparaten signifikant steigern kann. Die Untersuchung richtet sich an Patienten mit Fabry‑Krankheit, einer seltenen lysosomalen Speicherkrankheit, bei der ein GLA‑Genmutationsdefekt zu einem Mangel an α‑Galaktosidase A führt.
Hintergrund
Fabry‑Krankheit wird üblicherweise mit Enzymersatztherapie oder mit einem kleinen Molekül‑Chaperon (1‑Deoxygalactonojiromycin, DGJ) behandelt. Beide Ansätze zielen darauf ab, die Restaktivität des defekten Enzyms zu erhöhen, doch zusätzliche Wirkstoffe könnten den therapeutischen Nutzen weiter verbessern.
Methodik
Forscher setzten menschliche Lymphoblastoid‑Zelllinien von gesunden Spendern sowie rekombinante α‑Galaktosidase‑A‑Proteine ein. Die Zellen wurden mit unterschiedlichen Konzentrationen von Folsäure (FA) behandelt, und die Enzymaktivität wurde mittels standardisierter Assays gemessen. Zusätzlich wurde die Wirkung von FA in Gegenwart des Chaperons DGJ untersucht.
Ergebnisse
Die Daten zeigen eine dosisabhängige Steigerung der α‑Galaktosidase‑Aktivität sowohl in Zellkulturen als auch im rekombinanten Enzym. Der Anstieg war bei Zellen männlicher und weiblicher Herkunft vergleichbar. Kinetische Analysen des rekombinanten Enzyms ergaben einen Anstieg des Vmax bei unveränderter Km‑Konzentration, was auf einen gemischten Typ‑Mechanismus hinweist. Eine Analyse einer CpG‑Insel im GLA‑Gen ergab keine nachweisbare Cytosin‑Methylierung.
Schutzwirkung gegenĂĽber DGJ
FA konnte die durch DGJ gehemmt‑e Enzymaktivität teilweise wiederherstellen und die kombinierte Anwendung von FA und DGJ führte zu einer zusätzlichen Aktivitätssteigerung in den Lymphoblasten von Fabry‑Patienten.
Implikationen fĂĽr die Therapie
Die Autoren schließen daraus, dass die Ergänzung von Folsäure das therapeutische Potenzial bestehender Behandlungsstrategien erweitern könnte, indem sie die funktionelle Menge an α‑Galaktosidase A erhöht und gleichzeitig vor inhibitorischer Wirkung schützt.
Einschränkungen und Ausblick
Die Untersuchung beschränkt sich auf in‑vitro‑Modelle; klinische Studien seien erforderlich, um die Wirksamkeit und Sicherheit einer kombinierten Folsäure‑Therapie bei Patienten zu bestätigen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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