Sonstige: Forscher entdecken hämatogene Endothelzellen im erwachsenen Knochenmark
Ein Team von Wissenschaftlern hat in einer Studie erwachsene Knochenmark‑Endothelzellen identifiziert, die in der Lage sind, hämatopoetische Stamm‑ und Vorläuferzellen (HSPCs) zu erzeugen. Die Entdeckung beruht auf in‑vivo‑Genverfolgung, Einzelzell‑RNA‑Sequenzierung und Knochenmark‑Transplantationen.
Hintergrund
Während der Embryonalentwicklung entstehen HSPCs aus hämatogenen Endothelzellen durch einen Endothel‑zu‑hämatopoetischen Übergang. Bisher war unklar, ob erwachsene Endothelzellen dieses Potenzial behalten.
Methoden
Die Forschenden setzten genetische Linienverfolgung auf Populationsebene und Einzelzellebene ein, kombinierten dies mit Einzelzell‑RNA‑Sequenzierung und führten Knochenmark‑Transplantationen bei erwachsenen Mäusen durch, um die hämatogene Aktivität zu prüfen.
Entdeckung der adulten hämatogenen Endothelzellen
Im Knochenmark identifizierten die Wissenschaftler Cdh5/VE‑Cadherin‑positive Endothelzellen, die in vitro hämatopoetische Nachkommen bildeten. Diese Zellen wurden als erwachsene hämatogene Endothelzellen bezeichnet.
Funktionelle Tests
Nach adoptiver Übertragung in erwachsene Empfänger zeigten die aus den erwachsenen Endothelzellen gewonnenen Zellen die Fähigkeit, sich zu HSPCs zu entwickeln und reife Blutzellen zu bilden. Die resultierenden Blutzellen ließen sich im Knochenmark und peripheren Geweben nachweisen.
Vergleich mit embryonalen Zellen
Die von erwachsenen und embryonalen Endothelzellen stammenden Blutzellen homingten vergleichbar in periphere Gewebe und beteiligten sich ähnlich an Entzündungsreaktionen.
Bedeutung
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass das erwachsene Knochenmark bislang unbekannte hämatogene Endothelzellen enthält, die HSPCs und funktionale Blutzellen generieren können. Dies eröffnet neue Perspektiven für die Erforschung der Blutbildung im Erwachsenenalter und potenzielle therapeutische Anwendungen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von eLife, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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