Ein Team von Wissenschaftlern hat nachgewiesen, dass die schlanke Form des Parasiten Trypanosoma brucei sowohl männliche als auch weibliche Tsetsefliegen infizieren kann, ohne dass dem Blutmahlzeit Zusatzstoffe wie N‑Acetylglucosamin zugegeben werden müssen.
Unterschiedliche Infektionsbedingungen
Die Untersuchung ergab, dass die Infektion sowohl in jungen (teneral) als auch in älteren (non‑teneral) Fliegen stattfindet, wodurch die potenzielle Übertragungsrate im Feld erhöht wird.
Vergleich von Übertragungsindizes
Der Transmission Index (TI), definiert als das Verhältnis von Salivarglandinfektionen zu Midgutinfektionen, war in Laborversuchen höher für die schlanke Form als für die stämmige (stumpy) Form, selbst ohne Zugabe von N‑Acetylglucosamin.
Transkriptionsanalyse während der Differenzierung
Ein RNA‑Sequenzierungs‑Zeitverlauf verglich die Genexpression schlanker und stämmiger Zellen während des Übergangs zur prozyklischen Form. Die Ergebnisse zeigten, dass beide Formen während der Differenzierung transcriptionell unterscheidbar bleiben.
Rolle des PAD1‑Proteins
Obwohl das Protein PAD1 (Protein Associated with Differentiation 1) für den Übergang notwendig bleibt, benötigen schlanke Zellen nicht die typischen Merkmale der stämmigen Form, wie Zellzyklusarrest oder Verkürzung von Flagelle und Mikrotubularkorsett.
Direkter Übergang in die prozyklische Form
Statt einer gestuften Umwandlung können schlanke Trypanosoma brucei‑Zellen direkt in die prozyklische Form übergehen, was einen alternativen, schnelleren Übertragungsweg eröffnet.
Bedeutung für die Parasitenverbreitung
Die Erkenntnisse deuten darauf hin, dass schlanke Zellen des Parasiten eigenständige transkriptionsbiologische Pfade verfolgen und damit zur Ausbreitung der afrikanischen Schlafkrankheit beitragen können.
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