Einleitung
Die Internationale Raumstation (ISS) dient als Plattform für wissenschaftliche Forschung und bietet einzigartige Möglichkeiten für die Erforschung von Phänomenen unter Mikrogravitation. Ein Beispiel für die erfolgreiche Anwendung dieser Forschung ist die Entwicklung einer neuen Krebstherapie.
Hintergrund
Die NASA und ihre Partner haben die ISS für Forschungszwecke geöffnet, um die Vorteile der Mikrogravitation für privatwirtschaftliche Forschung, Technologiedemonstrationen und mehr zu nutzen. Heute wird die Hälfte der Zeit der Besatzung auf der Station für diese Ziele aufgewendet, einschließlich medizinischer Forschung, die komplexe Gesundheitsprobleme auf der Erde angeht und Astronauten auf zukünftige Tiefraummissionen vorbereitet.
Die Forschung
Unterstützt durch Erkenntnisse aus Experimenten auf der Raumstation, erhielten Forscher bei Merck Research Labs im September die Genehmigung der US-amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) für eine neue injizierbare Version eines Medikaments, das zur Behandlung mehrerer Arten von Krebs im Frühstadium eingesetzt wird, bekannt als Pembrolizumab oder unter dem Markennamen KEYTRUDA. Die Entwicklung dieser injizierbaren Formulierung wurde durch Forschungsbemühungen auf der Raumstation über das ISS National Laboratory unterstützt, was zu verkürzten Behandlungszeiten bei gleichbleibender Wirksamkeit führte.
Ergebnisse und Auswirkungen
Ursprünglich wurde die Behandlung während eines Besuchs im Arztzimmer über eine Infusionstherapie in die Venen des Patienten verabreicht, ein Prozess, der bis zu zwei Stunden dauern konnte. Verbesserungen in der Verabreichung reduzierten die Infusionszeit auf weniger als 30 Minuten alle drei Wochen. Die neu genehmigte subkutane Injektionsform benötigt etwa eine Minute alle drei Wochen und verspricht, die Kosten und die Behandlungszeit für Patienten und Gesundheitsdienstleister erheblich zu reduzieren.
Zukunftsaussichten
Seit 2014 hat Merck Kristallwachstumsexperimente zur Raumstation geflogen, um besser zu verstehen, wie Kristalle entstehen, einschließlich des monoklonalen Antikörpers, der in dieser Krebsbehandlung verwendet wird. Monoklonale Antikörper sind im Labor hergestellte Proteine, die dem Körper helfen, Krankheiten zu bekämpfen. Diese Forschung konzentrierte sich auf die Produktion von kristallinen Suspensionen, die leicht in Flüssigkeit aufgelöst werden können, was es ermöglicht, das Medikament durch Injektion zu verabreichen. In der Mikrogravitation ermöglicht die Abwesenheit der physikalischen Kräfte der Schwerkraft es Wissenschaftlern, größere, gleichmäßigere und höherwertigere Kristalle zu züchten als in bodengestützten Labors, was die Medikamentenentwicklung und das Strukturmodellierung vorantreibt.
Fazit
Forschung auf der Raumstation hat wertvolle Einblicke in die Auswirkungen der Schwerkraft auf die Kristallisation geliefert, was zur Verbesserung von Arzneimittelzubereitungen beiträgt. Die Arbeit von NASA und ihren Partnern auf der Raumstation verbessert das Leben auf der Erde, fördert die wirtschaftliche Entwicklung in der niedrigen Erdumlaufbahn und bereitet die menschliche Erforschung des Mondes und des Mars vor. Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
