USA: Forschung zu Fechten – Überblick über 445 Studien
Zusammenfassung der Analyse
Eine aktuelle Scoping-Review hat den Umfang, die methodischen Merkmale und die thematischen Schwerpunkte experimenteller und quantitativer Beobachtungsstudien zum Sport Fechten und Rollstuhlfechten erfasst. Insgesamt wurden 445 einschlägige Studien identifiziert, deren Publikationsvolumen seit 2015 deutlich angestiegen ist.
Vorgehensweise
Die Untersuchung folgte den PRISMA‑ScR‑Richtlinien und durchsuchte die Datenbanken PubMed, Scopus und EBSCOhost nach Titeln oder Abstracts, die die Begriffe „fencing“, „fencer“ oder „fencers“ enthielten. Eingeschlossen wurden Studien mit experimentellem oder quantitativ‑observationalem Design, in denen Fechtathleten als Probanden dienten.
Entwicklung der Publikationszahlen
Die Anzahl der veröffentlichten Arbeiten wuchs insbesondere nach dem Jahr 2015, was auf ein steigendes wissenschaftliches Interesse an Fechtsportarten hinweist.
Verteilung der Studientypen
Laborbasierte Designs dominierten mit 35,7 % der Fälle, gefolgt von Querschnittsstudien (30,3 %). Prospektive Kohortenstudien (5,4 %) und randomisierte kontrollierte Studien (4,3 %) waren vergleichsweise selten.
Themenbereiche
Der Schwerpunkt lag auf Leistungs‑ und Fertigkeitsanalyse (41,1 %). Andere Forschungsbereiche wie Verletzungs‑ und Epidemiologie (7,9 %), Rehabilitation (4,3 %) sowie Trainingsbelastung und Ermüdung (1,6 %) waren deutlich weniger vertreten.
Teilnehmermerkmale
Die meisten Untersuchungen umfassten kleine Stichproben von weniger als 50 Teilnehmenden und konzentrierten sich auf Athleten ohne Behinderung. Rollstuhlfechten wurde nur marginal behandelt. Das Geschlecht wurde in 24,3 % der Studien nicht angegeben, und die Waffendisziplin blieb in 44,9 % der Fälle unbenannt.
Geografische Verteilung
Die Forschung war geografisch stark auf Europa sowie ausgewählte Länder Nordamerikas und Ostasiens konzentriert.
Schlussfolgerungen und Ausblick
Obwohl das Forschungsfeld seit einigen Jahren stark expandiert, bestehen methodische und thematische Ungleichgewichte. Eine verstärkte Ausrichtung auf longitudinale und interventionelle Designs, systematische Verletzungsüberwachung, rehabilitative Studien sowie verbesserte Berichtspraxis und inklusivere Repräsentation von Geschlecht, Waffendisziplin, Regionen und Rollstuhlsportlern wird empfohlen, um die translational‑relevante Evidenzbasis für den Fechtsport zu stärken.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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