In einem Arbeitsgespräch diskutierten der Präsident der Russischen Föderation und der Verkehrsminister den aktuellen Stand des Hochgeschwindigkeitsbahnprojekts sowie geplante Erweiterungen. Das Gespräch diente der Abstimmung von Baufortschritt, Qualitätskontrolle und zukünftigen Streckenoptionen.
Baufortschritt und technische Meilensteine
Der Verkehrsminister berichtete, dass die Fertigung der ersten fünf Waggons bereits abgeschlossen sei. Die Schweißarbeiten an einem 980‑Millimeter langen Abschnitt seien weltweit erstmals durchgeführt worden. Die geplanten Zuggeschwindigkeiten von 400 km/h erfordern neue Anforderungen an Sicherheit, Toleranzen und technische Standards, die derzeit vollständig umgesetzt werden.
Industrie‑ und Lieferkette
Rund 150 Unternehmen seien in die industrielle Wertschöpfungskette eingebunden. Die wichtigsten Bauteile, wie Achssätze und Traktionsantriebe, seien bereits in Russland entwickelt, produziert und befinden sich in erfolgreichen Testphasen sowie in der Vorbereitung für die Zertifizierung.
InfrastrukturmaĂźnahmen
Entlang der gesamten Strecke werden Bauwerke errichtet, darunter eine acht Kilometer lange Brücke über den Fluss Shosha, deren Pfeiler bereits im Aufbau sind. An Kreuzungen mit bestehenden Verkehrswegen, Autobahnen, Gasleitungen und Stromtrassen werde ebenfalls konsequent gearbeitet, etwa beim Übergang über die M‑11‑Autobahn „Neva“. Zusätzlich werden massive Stahlbetonträger von 700 Tonnen in eigens dafür errichteten Werken produziert; die ersten beiden Träger seien gegossen und getestet, der dritte sei aktuell in der Gießphase.
Geotechnik und StreckenfĂĽhrung
In den Regionen Moskau, Twer und Nowgorod, die von Feuchtgebieten geprägt sind, wurden bereits die meisten Pfahlgründungen installiert. Um die hohen Geschwindigkeiten zu ermöglichen, werden Viadukte und Überführungen gebaut, die Steigungen minimieren und eine möglichst geradlinige Streckenführung gewährleisten.
Qualitätskontrolle
Die Überwachung der Bauqualität erfolgt durch die Konzessionäre im Auftrag des Auftraggebers, unterstützt von einer spezialisierten Firma. Die staatliche Aufsichtsbehörde Rostekhnadzor führt Vor-Ort‑Kontrollen durch, während die Russische Eisenbahn als Generalunternehmer eng in die Qualitätsprüfung eingebunden ist.
ZukĂĽnftige Streckenoptionen
Nach Bewertung von Reisezeitverkürzungen, Passagierprognosen, Investitionsbedarf und Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt wurden die folgenden Strecken als besonders vorteilhaft eingestuft: Die Verbindung Moskau‑Nischni Nowgorod mit späterer Erweiterung nach Kasan, gefolgt von der internationalen Strecke Moskau‑Minsk. Weitere Korridore stehen ebenfalls zur Diskussion.
Finanzierung und Zeitplan
Die Projektträger streben an, bis 2028‑2029 Entscheidungen zu den vorgeschlagenen Strecken zu treffen, das Finanzierungsmodell abzuschließen und mit der Umsetzung zu beginnen. Für das internationale Moskau‑Minsk‑Projekt soll die Eurasische Entwicklungsbank von Anfang an eingebunden werden, um eine gemeinsame Finanzierung sicherzustellen.
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