Eine neue Langzeitstudie aus Kenia liefert Hinweise darauf, dass Malariainfektionen in der frühen Kindheit das Immunsystem nachhaltig beeinflussen und die Antikörperantworten auf nicht verwandte Erreger sowie Impfstoffe reduzieren können.
Studienaufbau
Forscher nutzten ein natürliches Experiment an der kenianischen Küste, wo sich ab 2004 die Malariatransmission in den Gemeinden Junju (hohe Belastung) und Ngerenya (niedrige Belastung) stark unterschied. Insgesamt 123 Kinder wurden über einen Zeitraum von 15 Jahren wöchentlich auf Malariafälle überwacht und jährlich blutgespendet.
Messmethoden
Mit einer Protein‑Microarray‑Plattform wurden IgG‑Antikörper gegen Impf‑ und Pathogen‑Antigene bestimmt; mehr als 1.200 Serumproben wurden analysiert. Die Messungen für das Masern‑Antigen wurden zusätzlich mittels ELISA bestätigt.
Ergebnisse
Kinder aus Junju zeigten durchgehend niedrigere IgG‑Spiegel gegen Masern, Pertussis, CMV und Röteln im Vergleich zu ihren Altersgenossen aus Ngerenya. Der Unterschied war bereits im Alter von zehn Jahren deutlich erkennbar.
Innerhalb der Niedrig‑Transmissions‑Gemeinde wiesen Kinder, die in den ersten Lebensjahren Malaria erlitten hatten, ebenfalls geringere Antikörperwerte im Alter von zehn Jahren auf als malaria‑nahe Kinder, obwohl beide Gruppen identische Impf‑ und Umgebungsbedingungen hatten.
Ein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Malariaepisoden und der Höhe der Antikörperantworten wurde beobachtet: Je mehr Infektionen ein Kind erlebte, desto schwächer waren die gemessenen IgG‑Spiegel.
Implikationen
Die Resultate deuten darauf hin, dass eine frühe Malariaexposition das Immunsystem dauerhaft modulieren kann, was möglicherweise die Wirksamkeit von Impfungen in malaria‑endämischen Regionen mindert. Die Studie unterstreicht damit einen zusätzlichen Nutzen von Malariakontrollprogrammen über die reine Krankheitsprävention hinaus.
Finanzierung und Daten
Die Untersuchung wurde durch ein Wellcome‑Trust‑Stipendium sowie durch die Science for Africa Foundation im Rahmen des DELTAS‑Africa‑Programms unterstützt. Der Geldgeber hatte keinen Einfluss auf Konzeption, Design, Datenerhebung, Analyse, Publikationsentscheidung oder Manuskriptvorbereitung. Alle Daten stehen offen zur Verfügung und das Manuskript ist unter einer CC‑BY‑Lizenz veröffentlicht.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von eLife, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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[Zusatz]: ‚ Enthält Informationen von Organen der Europäischen Union.‘
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