Im Juli 2026 war der Barnes Ice Cap im kanadischen Arktisgebiet bereits fast vollständig von Schnee befreit, wodurch große Flächen von dunklem, offenkundigem Eis und zahlreichen türkisfarbenen Schmelzwassertümpeln sichtbar wurden. Der rasche Rückgang der Schneedecke wurde von dem Glaziologen Mauri Pelto vom Nichols College dokumentiert, der die Entwicklung mithilfe von Landsat‑Satellitenbildern beobachtete.
Lage und Ausdehnung des Eiskap
Der Eisstock liegt im Zentrum der Baffin‑Insel, ist ein Rest der Laurentide‑Eisschicht und bedeckt rund 5.700 Quadratkilometer. Die Eisdicke erreicht an manchen Stellen bis zu 730 Meter. Wie viele Gletscher im kanadischen Hocharktis verliert auch der Barnes Ice Cap an Masse und zieht sich zurück.
Frühe Schneeschmelze im Sommer 2026
Der Eiskap startete die Schmelzsaison 2026 mit einer bereits dünnen Schneedecke. Innerhalb weniger Wochen war die Schneebedeckung praktisch verschwunden – ein Zeitpunkt, den Pelto als den frühesten seit langem bezeichnete. Die Beobachtungen beruhen auf Aufnahmen des Operational Land Imager (OLI) an Bord von Landsat 9 vom 12. Juli 2026.
Albedo‑Effekt und Schmelzwasserkanäle
Sobald die reflektierende Schneeschicht fehlt, absorbiert das dunklere Eis mehr Sonnenenergie, was die Erwärmung und das Abschmelzen beschleunigt. Gleichzeitig werden vorhandene Schmelzwasserkanäle deutlicher sichtbar; viele davon bestehen bereits seit mehreren Jahren.
Historische Rückgangsraten
Studien zeigen, dass das Eis zwischen 2000 und 2020 jährlich um etwa einen Meter dünner wurde. Der Rand des Eiskap zog sich im Schnitt um vier Meter pro Jahr zurück, wobei einzelne Abschnitte, besonders im süd‑zentralen Bereich, mit bis zu zehn Metern pro Jahr zurückgingen.
Auswirkungen auf die Massenbilanz
Durch das frühzeitige Auftauchen fließt Schmelzwasser schneller ab, anstatt in Schnee‑ und Firnlagen zu versickern und dort wieder zu gefrieren. Diese effizientere Oberflächenentwässerung reduziert die Möglichkeit einer Massenzunahme im Sommer.
Datenbasis und weiterführende Forschung
Die hier dargestellten Beobachtungen basieren auf Landsat‑9‑Daten, die vom U.S. Geological Survey bereitgestellt werden, sowie auf Feldbeobachtungen und Analysen, die in Fachzeitschriften wie dem Journal of Glaciology veröffentlicht wurden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA Earth Observatory, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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