USA: FTO‑Allel zeigt keine eindeutige Auswirkung auf Fettsäureprofil bei stark adipösen Erwachsenen
Eine Studie mit 95 stark adipösen Probanden untersuchte, ob das FTO‑Risiko‑Allel rs9939609 mit der Fettsäurezusammensetzung von subkutanem Fettgewebe zusammenhängt. Die Teilnehmenden waren ohne Diabetes, hatten einen mittleren Body‑Mass‑Index von 42,8 kg/m² und wurden nach Genotyp (TT, AT, AA) eingeteilt.
Studienaufbau
Die Rekrutierung erfolgte im Rahmen einer klinischen Untersuchung, wobei 33 Probanden das TT‑Allel, 31 das AT‑Allel und 31 das AA‑Allel trugen. Für jeden Teilnehmenden wurden Aspirationen aus dem androiden (Bauch‑) und dem gynoidalen (Hüft‑) Fettdepot entnommen.
Methodik
Die gesammelten Gewebeproben wurden mittels Gaschromatographie‑Massenspektrometrie (GC‑MS) auf ihre Gesamtfettsäurezusammensetzung analysiert. Die Auswertung erfolgte sowohl nach einzelnen Fettsäuren als auch nach Gesamtklassen (gesättigte, einfach ungesättigte Fettsäuren).
Ergebnisse zum Genotyp
Im Gesamtkollektiv zeigten sich keine signifikanten Zusammenhänge zwischen dem FTO‑Genotyp und einzelnen Fettsäuren. Weder das Vorhandensein noch die Dosierung des Risik‑Allels beeinflusste die gemessenen Fettsäurewerte in einem statistisch nachweisbaren Ausmaß.
Männliche Probanden mit TT‑Allel
Bei den männlichen Probanden, die das TT‑Allel trugen, war die Masse von Ölsäure (18:1n‑9) im gynoidalen Depot im Vergleich zu Trägern des AT‑Allels höher, wenn die Depotgröße berücksichtigt wurde. Die Autoren betonen, dass diese Beobachtung aufgrund der geringen Zahl betroffener Männer mit TT‑Allel mit Vorsicht zu interpretieren sei.
Depot‑Vergleich
Unabhängig vom Genotyp wiesen die androiden Fettdepots einen höheren Anteil gesättigter Fettsäuren und einen niedrigeren Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren im Vergleich zu den gynoidalen Depots auf. Dieses Muster bestätigt frühere Befunde zur regionalen Fettsäureverteilung.
Geschlechtsspezifische Unterschiede
Die Analyse ergab bislang unbeobachtete Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Probanden hinsichtlich des Gewichts‑% und des gewichts‑%‑korrigierten Fettsäuregehalts. Diese geschlechtsspezifischen Muster wurden bislang nicht beschrieben.
Fazit
Die Untersuchung liefert überwiegend negative Ergebnisse für einen direkten Einfluss des FTO‑Risiko‑Allels auf die Fettsäurezusammensetzung von subkutanem Fettgewebe. Weiterführende Studien mit größeren Stichproben sind nötig, um die beobachteten geschlechtsspezifischen Unterschiede sowie die mögliche Rolle von Ölsäure bei Männern mit TT‑Allel zu verifizieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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