Fünf ereignisbasierte Phasen im menschlichen Entscheidungsprozess identifiziert
Forscher der Zeitschrift eLife haben in einer EEG‑Studie fünf zeitlich abgegrenzte Ereignisse im menschlichen Entscheidungsprozess nachgewiesen. Die Untersuchung basiert auf einer neuen Analyse‑Methode, die einzelne Durchläufe von Probanden während einer Entscheidungsaufgabe modelliert.
Methodik
Die Studie nutzte das sogenannte hidden multivariate pattern method, um das Einzeldurchlauf‑EEG von Teilnehmern als Sequenz einer unbekannten Anzahl von Ereignissen zu rekonstruieren. Diese Ereignisse wurden als trial‑rekurrente, zeitlich variable und stabile Topographien geschätzt.
Ermittelte Ereignisse
Die Analyse ergab fünf distinkte Ereignisse. Zwei davon entsprechen visuellen Kodierungsphasen, während die übrigen drei die Aufmerksamkeitsorientierung, die eigentliche Entscheidungsfindung und die motorische Ausführung abbilden.
Gesetzmäßigkeiten
Durch gezielte Variation der Stimulusintensität zeigte sich Piérons Gesetz im Zeitintervall zwischen der visuellen Kodierung und der Aufmerksamkeitsorientierung. Im nachfolgenden Intervall zwischen Aufmerksamkeitsorientierung und Entscheidungsfindung ließ sich Fechners Gesetz beobachten.
Neuronale Signatur
Das letzte, entscheidungsbezogene Ereignis manifestierte sich als rampende Aktivität in parietalen Hirnarealen. Sowohl Zeitpunkt, Amplitude als auch das Ansteigen dieses Signals korrelierten mit der Genauigkeit der Entscheidungen der Probanden.
Implikationen
Nach Angaben von eLife liefert das Ergebnis ein detailliertes Bild der kognitiven Sequenz zwischen Stimuluspräsentation und Reaktion. Die identifizierten Phasen unterstützen bestehende Modelle der Entscheidungsfindung und eröffnen neue Ansatzpunkte für die Untersuchung von Entscheidungsstörungen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von eLife, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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