Eine retrospektive Analyse von 173 Protheseninfektionen zeigte, dass die Gesamtquote der Infektionsfreiheit nach dem Verfahren „Debridement, Antibiotika und Implantat-Erhalt“ (DAIR) bei 66,5 % lag. Dabei war das Vorhandensein eines fungalen Erregers stark mit einem Misserfolg verbunden (Odds Ratio 0.06, 95 %‑KI 0.011–0.31, p = 0.001). Im Gegensatz dazu erreichten kulturnegative Infektionen fast viermal häufiger eine Heilung (Odds Ratio 3.91, 95 %‑KI 1.43–10.69, p = 0.008).
Studienaufbau und Patientenkollektiv
Die Untersuchung wurde an einem einzigen Zentrum durchgeführt und umfasste Fälle von Januar 2016 bis Juni 2025. Eingeschlossen wurden sowohl kulturpositive als auch kulturnegative Protheseninfektionen, die den modifizierten Kriterien der Musculoskeletal Infection Society entsprachen. Für jeden Patienten wurden demografische Daten, Begleiterkrankungen und mikrobiologische Befunde erfasst.
Fungale Erreger und Begleiterkrankungen
Fungale Erreger machten 8 % der Fälle aus und betrafen Patienten mit einem höheren medianen Charlson‑Komorbiditäts‑Index (CCI 4 versus 2, p = 0.0496). Die Analyse ergab, dass das Vorhandensein eines Pilzes die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Infektionsbekämpfung signifikant reduzierte.
Kulturnegative Befunde
Patienten ohne nachweisbare Erreger in der Kultur zeigten die höchste Erfolgsrate. Die statistische Auswertung deutete darauf hin, dass das Fehlen eines identifizierbaren Erregers fast viermal wahrscheinlicher zu einer Heilung führte, was die Bedeutung einer differenzierten Therapieentscheidung unterstreicht.
Einfluss von Antibiotika‑Resistenz und grampositiven Erregern
Infektionen, die durch antibiotikaresistente oder grampositive Bakterien verursacht wurden, wiesen geringere Erfolgsquoten auf, während polymikrobielle Infektionen sich nicht signifikant von monomikrobiellen unterschieden (p = 0.92). Diese Befunde legen nahe, dass die Resistenzlage des Erregers ein entscheidender Faktor für das Therapieergebnis ist.
Implikationen für die klinische Praxis
Die Ergebnisse betonen die Notwendigkeit einer pathogen‑spezifischen Risikoeinschätzung bei der Entscheidung für das DAIR‑Verfahren. Für Patienten mit fungalen oder stark resistenten Erregern könnten alternative chirurgische Strategien oder intensivere Nachsorgemaßnahmen angezeigt sein, um das Risiko eines erneuten Eingriffs zu minimieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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