Eine prospektive Studie aus Norwegen hat untersucht, inwiefern die Beziehung zwischen dem BodyâMassâIndex (BMI) von Elternteilen wĂ€hrend der Schwangerschaft und verschiedenen kindlichen Gesundheitsparametern durch genetische Faktoren erklĂ€rt werden kann. Ziel war es, die Rolle von Erblichkeit gegenĂŒber möglichen kausalen Effekten der elterlichen Adipositas zu bestimmen.
Studienaufbau und Datengrundlage
Die Analyse basierte auf Daten des Norwegian Mother, Father and Child Cohort Study, das zwischen 1999 und 2009 an 50 von 52 Geburtskliniken in Norwegen durchgefĂŒhrt wurde. In linearen Regressionsmodellen wurden bis zu 85.866 Kinder (51,3âŻ% mĂ€nnlich) berĂŒcksichtigt, wĂ€hrend fĂŒr die strukturgleichungsmodellbasierten Analysen (SEM) bis zu 50.999 Kinder einbezogen wurden. Erfasst wurden das Geburtsgewicht, der BMI von der 6âMonatsâbis zur 8âJahresâMessung sowie appetitbezogene Verhaltensweisen im Alter von acht Jahren.
Ergebnisse zu Geburtsgewicht und spÀterem BMI
Die Ergebnisse zeigten, dass der BMI des Elternteils vor der Schwangerschaft stÀrker mit dem Geburtsgewicht des Kindes korrelierte als der BMI des anderen Elternteils. Nach der Geburt nahm dieser Unterschied jedoch ab, sodass die Assoziation zwischen elterlichem BMI und kindlichem BMI im Verlauf der Kindheit weniger ausgeprÀgt war.
Genetische Konfundierung
Mittels eines erweiterten âChildren of Twinsâ-SEM wurde der Anteil genetischer Konfundierung quantifiziert. FĂŒr das 8âJahresâBMI erklĂ€rte genetische Konfundierung 79âŻ% (95âŻ%âŻCIâŻ[62,âŻ95]; pâŻ=âŻ1,9âŻĂâŻ10â»ÂčÂČ) der Kovarianz mit dem mĂŒtterlichen BMI und 94âŻ% (95âŻ%âŻCIâŻ[72,âŻ113]; pâŻ=âŻ2,7âŻĂâŻ10â»ÂčâŽ) mit dem vĂ€terlichen BMI. Damit lĂ€sst sich ein GroĂteil der beobachteten ElternâKindâBMIâBeziehung auf genetische Faktoren zurĂŒckfĂŒhren.
ErnÀhrungsverhalten
Ein höherer elterlicher BMI stand zudem in Zusammenhang mit appetitbezogenen Verhaltensmustern der Kinder im Alter von acht Jahren, die als obesitĂ€tsfördernd gelten. Diese Assoziationen wurden ebenfalls durch das SEMâModell teilweise, jedoch nicht vollstĂ€ndig, durch genetische Konfundierung erklĂ€rt.
EinschrÀnkungen
Die Studie weist potenzielle Verzerrungen durch selektive Rekrutierung, TeilnehmerâAttrition und mögliche Partnerwahl aufgrund Ă€hnlicher BMIâW
Ende der Uebertragung