Ein neu entwickeltes Verfahren ermöglicht die gezielte Identifikation von Virulenzphagen, die gegen hochresistente Bakterien wirksam sind. Forscher kombinierten dabei kleine Umweltproben mit 16S‑rRNA‑Sequenzierung, um Orte zu finden, an denen potenzielle Wirte und ihre Phagen gleichzeitig vorkommen.
Hintergrund
Die zunehmende Antibiotikaresistenz hat das Interesse an Phagentherapien wiederbelebt. Gleichzeitig führt die Ko‑Evolution von Phagen und Bakterien zur Entstehung von Phagen‑resistenten Stämmen, was die Entwicklung von Therapieoptionen erschwert.
Methodik
Die Methode, die als geΦmapping bezeichnet wird, nutzt räumliche Daten, um ökologische Hotspots zu bestimmen, in denen Bakterien und ihre natürlichen Feinde zusammenleben. Anschließend wurde ein tragbares Phagen‑Hunting‑Gerät (ΦHD) eingesetzt, das Phagen direkt aus den identifizierten Proben konzentriert.
Portables Phagen‑Hunting‑Gerät
Der ΦHD erzeugt hochkonzentrierte Phagenpräparate vor Ort, wodurch langwierige Laborprozesse reduziert werden. Das Gerät arbeitet mit minimalem Probenvolumen und ermöglicht eine schnelle Anreicherung von Phagen, die gegen die Zielbakterien aktiv sind.
Ergebnisse und Bibliothek
Durch die Kombination von geΦmapping und dem ΦHD entstand die RΦ‑Bibliothek, eine Sammlung neuartiger Phagen. Insgesamt wurden 36 bisher unbekannte Phagen isoliert, die extrem resistente Vertreter der ESKAPE‑Pathogene (Enterococcus, Staphylococcus, Klebsiella, Acinetobacter, Pseudomonas und Enterobacter) angreifen.
Bedeutung für die Phagentherapie
Die isolierten Phagen zeigen Aktivität dort, wo konventionelle Phagen‑Schnüffel‑ und Evolutionsansätze keinen Erfolg hatten. Damit eröffnet die Vorgehensweise neue Optionen für die Entwicklung von Phagentherapeutika gegen multiresistente Infektionen.
Ausblick
Forscher planen, die Methode weiter zu verfeinern und in klinischen Kontexten zu testen, um die Anwendbarkeit der entdeckten Phagen in der Patientenversorgung zu evaluieren.
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