USA: Geringes Vertrauen des Personals in perinatale Trauerbetreuung an Lehrkrankenhaus
Eine aktuelle Untersuchung hat ergeben, dass das Personal eines gemeindebasierten Lehrkrankenhauses insgesamt nur ein mittleres Vertrauen in die eigene Kompetenz zur Betreuung von Familien nach perinatalen Verlusten zeigt. Der durchschnittliche Gesamtscore des Perinatal Bereavement Care Confidence Scale (PBCCS) lag bei 116 Punkten, also bei 72 % des maximal möglichen Werts, wobei ein Wert von 80 % oder höher als ausreichend definiert ist.
Hintergrund
Perinatale Verluste stellen für betroffene Familien eine besonders belastende Situation dar. Während zahlreiche Studien die Erfahrungen von Familien beleuchten, fehlt häufig ein Überblick über die vorhandenen Kompetenzen und Praktiken des Krankenhauspersonals. Die vorliegende Studie sollte diese Lücke schließen.
Methodik
Die Forschenden setzten die validierte PBCCS ein, die Antworten von 1 (stimme überhaupt nicht zu) bis 5 (stimme voll zu) erfasst. Insgesamt 46 Mitarbeitende aus den Bereichen Geburtshilfe, Notaufnahme und Entbindungsstation nahmen an der anonymen Befragung teil. Für die Auswertung kamen unabhängige t‑Tests und ANOVA zum Einsatz.
Ergebnisse
Von den Befragten gaben 28 an, keine formale Fortbildung zum Thema perinatale Trauerbetreuung erhalten zu haben; dieser Unterschied war statistisch signifikant (p = 0,006). Die Mittelwerte der einzelnen Subskalen lagen bei 46,45 ± 13,04 für Wissen, 23,07 ± 7,31 für Fähigkeiten, 24,85 ± 7,54 für Selbstreflexion und 21,73 ± 6,08 für organisatorische Unterstützung. Mitarbeitende mit formaler Fortbildung wiesen eine höhere Selbstreflexion auf (4,23 vs. 3,39, p = 0,001).
Bedeutung
Die Resultate deuten darauf hin, dass das Personal in mehreren Bereichen – insbesondere im Wissen und in den praktischen Fähigkeiten – noch nicht ausreichend vorbereitet ist, um Familien nach perinatalen Verlusten angemessen zu unterstützen.
Empfehlungen
Die Autoren schlagen vor, systematische Schulungsprogramme zu etablieren, die sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Fähigkeiten vermitteln. Zusätzlich sollten strukturelle Maßnahmen zur organisatorischen Unterstützung implementiert werden, etwa durch klar definierte Protokolle und interdisziplinäre Teams.
Ausblick
Durch die Identifikation konkreter Bildungsdefizite erhalten Leitungen von Pflegeeinrichtungen wertvolle Ansatzpunkte, um gezielte Interventionen zu planen und die Qualität der Trauerbetreuung langfristig zu verbessern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Ăśbertragung