Deutschland: Gesundheitsversorgung abhängig von Seeimporten – Kleine Anfrage der Grünen
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat im Bundestag eine Kleine Anfrage eingereicht, in der sie die Abhängigkeit der Gesundheitsversorgung von Energie- und Rohstoffimporten über die Seewege der Straße von Hormus, des Golfs von Aden und des Roten Meeres thematisiert. Dabei wird insbesondere nach den Helium-Importen der letzten zehn Jahre und nach der Höhe der strategischen Helium-Reserve für das Gesundheitssystem gefragt.
Hintergrund der Anfrage
Die Anfrage bezieht sich auf die Bedeutung von Rohstoffen, die für medizinische Geräte und Diagnostik unverzichtbar sind. Der Transport über die genannten Seewege stellt laut Fraktion ein potenzielles Risiko für die Versorgungssicherheit dar, weil geopolitische Spannungen oder maritime Störungen die Lieferketten beeinträchtigen könnten.
Bisherige Helium-Importe
Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie wurden in den vergangenen zehn Jahren jährlich durchschnittlich 150 000 Kubikmeter Helium aus den genannten Regionen importiert. Der Großteil der Lieferungen erfolgte über den Seeweg, wobei die meisten Frachtschiffe den Hafen von Hamburg als Zielhafen ansteuerten.
Strategische Reserve
Die Fraktion fordert Auskunft darüber, wie hoch die aktuelle strategische Reserve an Helium für das Gesundheitssystem ist und welche Maßnahmen geplant sind, um die Reserve in Zukunft zu erhöhen. Das Ministerium hat bislang keine detaillierten Zahlen veröffentlicht, verweist jedoch auf interne Analysen, die eine Reserve von etwa 30 % des Jahresverbrauchs ausweisen.
Reaktionen und Ausblick
Das Bundesministerium für Gesundheit hat in einer Stellungnahme betont, dass die Versorgung mit kritischen Rohstoffen kontinuierlich überwacht wird und dass alternative Bezugsquellen, etwa aus Nordamerika oder Australien, geprüft werden. Gleichzeitig wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Lieferketten zu diversifizieren, um die Abhängigkeit von einzelnen Seewegen zu reduzieren.
Weiteres Vorgehen
Die Fraktion plant, die Ergebnisse der Anfrage im nächsten Plenarsitz zu diskutieren und mögliche gesetzliche Initiativen zur Stärkung der strategischen Reserven zu prüfen. Experten aus dem Bereich Versorgungssicherheit wurden bereits zu einer Anhörung eingeladen, um die Risiken und Handlungsoptionen zu erörtern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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