Gewalt und Vertreibung
Tausende Menschen im Zentrum von Haiti wurden zwischen dem 30. März und dem 3. April 2025 durch koordinierte Angriffe bewaffneter Banden zur Flucht gezwungen. Die Angriffe richteten sich insbesondere gegen die Kommunen Mirebalais und Saut d’Eau, wobei Häuser, Farmen, Polizeistationen und ein Krankenhaus verwüstet wurden. Nach Angaben des Internationalen Organisations für Migration (IOM) und des UN-Büros für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) sind rund 147 000 Personen innerhalb des Centre-Departments vertrieben worden.
Ursachen der Gewalt
Die Angriffe wurden von den Anführern Jeff Larose (Canaan Taliban) und Wilson Joseph (400 Mawozo) koordiniert, die beide dem kriminellen Bündnis Viv Ansanm angehören. Die Banden plünderten Eigentum, setzten Feuer und befreiten Gefangene, während sie gleichzeitig die lokale Bevölkerung mit Erpressungen, illegalen Checkpoints und Gewalttaten bedrohten.
Umsiedlungsprogramm
Am 5. Juni 2025 startete das IOM gemeinsam mit Haitis nördlicher Zivilschutzbehörde und unterstützt durch die US-Botschaft ein Umsiedlungsprojekt. Mehr als 350 Familien wurden von überfüllten Schulräumen in Hinche in ein neu errichtetes Transitzentrum verlegt. Das Zentrum umfasst 20 Hallen, acht Sanitärblöcke, 80 Solarlampen und sechs Wassertanks zu je 1 000 Gallonen, wodurch die hygienischen Bedingungen deutlich verbessert wurden.
Erfahrungen der Betroffenen
Marie Christiane, eine vertriebene Frau, berichtete, dass das Leben in den überfüllten Klassenzimmern von stehendem Wasser und Krankheiten geprägt war. Sie erklärte, dass sie nun in einem sicheren Umfeld atmen könne. Auch Madelene, eine weitere Opferin der Banden, äußerte ihre Dankbarkeit für die neuen Unterkünfte, die ihr endlich Würde und Privatsphäre zurückgeben.
Kommentar des IOM‑Offiziers
Loukas Garanis, Feldnotfallbeauftragter des IOM, beschrieb das neue Zentrum als „ein Ort mit getrennten Räumen, ausreichender Sanitärversorgung und sicherem Spielbereich für Kinder“. Er betonte, dass die verbesserten Bedingungen die Rückkehr von über 1 000 Schülern in ihre Klassenräume zu Beginn des neuen Schuljahres ermöglichen würden.
Sicherheitslage
Trotz der Umsiedlung bleibt ein Teil des Centre-Departments von Banden kontrolliert, die weiterhin Erpressungen, Identitätsprüfungen und Gewalttaten verüben. Gegen diese Bedrohungen stellen sich jedoch bewaffnete Selbstschutzgruppen, die Haitianische Nationale Polizei (PNH), die Brigade für die Sicherheit geschützter Gebiete (BSAP) und die Haitianischen Streitkräfte (FAd’H) in den betroffenen Gebieten, wodurch eine vollständige Einnahme durch die Banden bislang verhindert wurde.
Ausblick
Die verbesserten Unterkünfte schaffen die Voraussetzung für die Rückkehr von Schülern und die Wiederaufnahme des Alltags. Experten betonen jedoch, dass anhaltende Unterstützung seitens der internationalen Gemeinschaft und eine stabile Sicherheitslage notwendig sind, um weitere Vertreibungen zu verhindern und den Wiederaufbau im Centre-Department zu sichern.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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