UN: Gewalt im Westjordanland 2026 auf Rekordhoch – UN fordert Ende der Besetzung
Die Gewalt im Westjordanland hat im Jahr 2026 ein Rekordniveau erreicht: Laut dem Amt für Menschenrechte der Vereinten Nationen (OHCHR) sind seit Jahresbeginn 76 Palästinenser und ein Israeli bei Angriffen von Siedlern und Sicherheitskräften ums Leben gekommen.
Steigende Zahl von Angriffen
Die UN‑Humanitären Hilfsorganisation OCHA verzeichnet seit 2023 einen jährlichen Anstieg der Siedlerangriffe, die im vergangenen Jahr 1.835 Fälle erreichten. In den ersten vier Monaten 2026 wurden durchschnittlich rund 190 Angriffe pro Monat gemeldet, was das Westjordanland auf einen Jahresendwert von über 2.000 Angriffen zusteuern lässt.
Methoden der Angreifer
Berichte des OHCHR zeigen, dass israelische Siedler zusammen mit Sicherheitskräften häufig Familien angreifen, Moscheen in Brand setzen, Eigentum zerstören und beschlagnahmen. Finanzielle Anreize der Regierung sollen diese Aktivitäten begünstigen.
Stellungnahme der OHCHR
„Wir sind alarmiert über die Ankündigung der israelischen Regierung, die Zahl der Siedlungen und Außenposten weiter zu erhöhen, sowie über Aufrufe zu Vergeltung und kollektiver Bestrafung“, erklärte OHCHR‑Sprecherin Ravina Shamdasani. Sie verwies zudem auf die Verschärfung von Bewegungsbeschränkungen, die den Zugang zu grundlegenden Diensten für die palästinensische Bevölkerung weiter einschränken.
Reaktion des UN‑Koordinators
UN‑Stellvertretender Sonderkoordinator für den Nahost-Friedensprozess Ramiz Alakbarov bezeichnete die anhaltende Verlustzahl im Westjordanland als „tief beunruhigend“ und forderte Israel auf, die Täter zur Verantwortung zu ziehen und alle Akteure zur Verfolgung einer Zwei‑Staaten‑Lösung zu bewegen. „Es gibt keine militärische oder gewaltsame Lösung für diesen Konflikt“, betonte er.
Internationale Rechtslage
Die Internationale Gerichtshof (IGH) hat 2024 in einem Gutachten erklärt, dass die Besetzung von Gaza, Ost‑Jerusalem und dem Westjordanland seit 1967 nach internationalem Recht illegal sei. Israel wies das Gutachten umgehend zurück.
Aufruf zum Handeln
Shamdasani wiederholte den Aufruf der Vereinten Nationen, dass Drittstaaten dringend gemeinsam Maßnahmen ergreifen müssen, um die anhaltende Tötung und Enteignung der palästinensischen Bevölkerung zu stoppen und die Besetzung des Westjordanlandes zu beenden.
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