Im Juni 2026 wurde ein außergewöhnlich großer Eisberg in der Dänemark‑Straße zwischen Grönland und Island von der Operational Land Imager‑Kamera an Bord von Landsat 9 erfasst. Das Eisfeld, das an diesem Tag rund 17 km² (7 mi²) groß war, lag etwa 1 500 km südlich seines vermuteten Entstehungsortes in der Jøkelbugten an der grönländischen Küste.
Herkunft und Größe des Eisbergs
Der Eisberg wurde von Experten des Internationalen Eispatrouillen‑Programms und des dänischen Meteorologischen Instituts als solches identifiziert, weil er sich in der Nähe der Küste befand, eine deutlich weiße Oberfläche aufwies und im Vergleich zum umgebenden Meereis wesentlich größer war. Mit einer Fläche, die dem Fünffachen des Central Park in New York entspricht, stellt er zwar keinen Vergleich zu antarktischen Riesen dar, ist jedoch nach grönländischen Maßstäben bemerkenswert.
Expertenmeinungen zur Entstehung
Alexis Denton, Ozeanograph und Chef‑Wissenschaftler der International Ice Patrol, bestätigte, dass das weiße Erscheinungsbild und die Dimensionen auf einen Eisberg schließen ließen. Keld Quistgaard, Senior‑Eisberater des Greenland Ice Service, vermutete, dass das Eisfeld aus der Jøkelbugten stammt, möglicherweise von der einstigen Zachariæ‑Isstrøm‑Eisschelfe. Christopher Shuman, emeritierter Glaziologe der University of Maryland, argumentierte, dass das Muster von blauen Schmelzwasser‑Teichen auf ein Abschmelzen des Rest‑Eisschildes hindeutet.
Weg des Eisbergs durch die Nordatlantik‑Strömungen
Seit dem Auftauchen im Mai bewegte sich der Eisberg südlich entlang der Greenland Coastal Current, einer Strömung, die kaltes Wasser entlang der östlichen Küste Grönlands nach Süden transportiert. Im August befand sich das Eisfeld etwa 900 Meilen von seiner Ausgangsposition entfernt, wobei Satellitenbilder eine fortschreitende Zersplitterung zeigten.
Abschmelzprognose und Auswirkungen auf die Schifffahrt
Die Beobachtungen deuten hin, dass der Eisberg im weiteren Jahresverlauf weiter zerbricht. Experten gehen davon aus, dass die Fragmente nicht in stark befahrene Schifffahrtsrouten rund um die Südspitze Grönlands gelangen, wodurch ein potenzielles Risiko für die transatlantische Schifffahrt gemindert wird.
Bildmaterial und Datenverfügbarkeit
Die hochauflösenden Aufnahmen des Eisbergs wurden von Lauren Dauphin für das NASA Earth Observatory bereitgestellt. Die Bilddaten stammen aus dem Landsat‑9‑Programm des US Geological Survey und stehen öffentlich unter der Lizenz Public Domain (U.S. Government Work) zur Verfügung.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
Ende der Uebertragung