In Merauke, Süd-Papua, haben 22 befragte Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren über ihren Konsum von Klebstoffen berichtet. Die Studie, durchgeführt von den Forschern Faisal Adi Irawan, Ferry Efendi und Praba Diyan Rachmawati, zielte darauf ab, die Initiierung, Zugänglichkeit, soziale Prozesse, gesundheitliche Folgen und wahrgenommene Stigmatisierung zu erfassen. Die Teilnehmenden wurden über ein Gatekeeper‑gestütztes Schneeballsystem rekrutiert, bis die Informationssättigung erreicht war.
Initiierung und Zugänglichkeit
Neun Teilnehmende gaben an, dass ihr erster Kontakt mit dem Klebstoff zwischen dem 5. und 12. Lebensjahr stattfand. Die Befragten beschrieben, dass das Produkt leicht in lokalen Geschäften erhältlich sei und häufig durch gleichaltrige Peers angeboten oder sogar erzwungen werde. Die frühe Exposition wurde als Kombination aus einfacher Verfügbarkeit und gruppenbezogenem Druck charakterisiert.
Täglicher Konsum und gesundheitliche Folgen
Die Befragten berichteten, dass sie regelmäßig Klebstoff inhalieren, wobei ein Teil des täglichen Einkommens ausschließlich für das Produkt aufgewendet werde. Viele beschrieben ein Muster aus mehrfachen Substanzkonsum, das Verstecken des Konsums vor Eltern und Autoritäten sowie körperliche und Wahrnehmungsstörungen, darunter Schwindel, Übelkeit und Halluzinationen.
Soziale Dynamik und Peer‑Einfluss
Die Kinder und Jugendlichen betonten die Bedeutung von Gruppenzusammenhalt, wobei das gemeinsame Konsumieren als solidarischer Akt erlebt werde. Gleichzeitig beschrieben sie ambivalente Reaktionen seitens der Gemeinschaft und lokaler Ordnungskräfte, die sowohl tolerierend als auch stigmatisierend agierten. Das Etikettieren als „Problemkinder“ wurde als belastend empfunden.
Rückfall und Abhängigkeit
Mehrere Teilnehmende schilderten, dass der Rückkehr in den Konsum häufig durch gleichaltrige Freunde ausgelöst werde. Das Aufgeben des Konsums wurde als schwierig beschrieben, da eine starke emotionale Bindung an das Produkt und das damit verbundene soziale Netzwerk bestünde.
Handlungsempfehlungen und Perspektiven
Die Befragten schlugen mehrstufige Maßnahmen vor, darunter altersbeschränkte Verkaufspraktiken für Klebstoffe, finanzielle Unterstützung für Grundbedürfnisse und gezielte Programme, die sowohl Prävention als auch soziale Schutzmechanismen integrieren. Die Autoren schließen, dass ein integrierter Ansatz, der Politik, Peer‑Netzwerke, soziale Dienste und Schutzmaßnahmen kombiniert, notwendig sei, um das Phänomen wirksam zu adressieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.[Lizenzangabe]: ‚Creative Commons BY 4.0 (Open Access)'[Zusatz]: ‚ Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.‘
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