International: GPS-basierte Methode zur Bestimmung individueller Beschleunigungsprofile im Jugendfußball zeigt geringe Präzision
Studienziel
Eine Untersuchung von Andrey, Fischer‑Sonderegger, Taube und Tschopp prüfte die Zuverlässigkeit und Gültigkeit von amax‑vinit Regressionslinien, die ausschließlich aus GPS‑basierten Spieldaten von Fußballspielern ermittelt wurden. Dabei wurden 159 männliche Elite‑Jugendfußballspieler über eine gesamte Saison beobachtet.
Methodik
Die Forschenden sammelten mithilfe eines GPS‑Tracking‑Systems die Laufdaten in aufeinanderfolgenden Spielen und bestimmten die Regressionslinien für verschiedene Datenmengen, also unterschiedliche Anzahlen aufeinanderfolgender Spiele. Als Referenzmaßstab diente ein Beschleunigungstest, der bei 55 Athleten durchgeführt wurde.
Ergebnisse zur Zuverlässigkeit
Der typische Fehler (TE) verringerte sich mit steigender Spieldatenmenge und lag bei 3,4 % für den amax‑Achsenabschnitt, 7,3 % für den vinit‑Achsenabschnitt und 10,3 % für die Steigung. Trotz dieser Verbesserung blieben die Intraklassen‑Korrelationskoeffizienten (ICC) niedrig bis sehr niedrig, was auf eine begrenzte Wiederholbarkeit hinweist.
Ergebnisse zur Validität
Der typische Fehler der Schätzung (TEE) blieb unabhängig von der Datenmenge konstant bei etwa 7 % (amax‑Achsenabschnitt), 12 % (vinit‑Achsenabschnitt) und 17 % (Steigung). Pearson‑Korrelationskoeffizienten wurden als praktisch nicht verwertbar eingestuft, sodass die Validität der Methode als unzureichend bewertet wird.
Interpretation der Befunde
Die Resultate deuten darauf hin, dass die ausschließliche Nutzung von GPS‑basierten Spieldaten nicht die Präzision liefert, die für individuelle Belastungsbestimmungen erforderlich ist. Ein testbasiertes Verfahren bleibt demnach notwendig, um verlässliche individuelle Beschleunigungsintensitätsschwellen zu etablieren.
Ursachen der Unschärfe
Die Autoren führen die beobachtete Unschärfe eher auf inhärente Eigenschaften des GPS‑Tracking‑Systems zurück als auf die Menge der gesammelten Spieldaten. Technische Limitationen des Messsystems scheinen die Hauptursache zu sein.
Ausblick
Zukünftige Verbesserungen könnten durch präzisere Ortungstechnologien erzielt werden. Weitere Forschung ist erforderlich, um die Messgenauigkeit zu erhöhen und damit die Anwendungsmöglichkeiten für individuelle Trainingssteuerung zu erweitern.
Praktische Relevanz
Trainer und Sportwissenschaftler sollten die Grenzen der aktuellen GPS‑basierten Schwellenwerte berücksichtigen, wenn sie individuelle Trainingsintensitäten planen, um Fehlinterpretationen von Belastungsdaten zu vermeiden.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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