Eine neue Analyse des Ice Sheet Mass Balance Intercomparison Exercise (IMBIE) zeigt, dass die Eisschilde von Grönland und Antarktis seit den 1970er Jahren insgesamt 11,3 Billionen Tonnen Eis verloren haben. Dieser Verlust hat den globalen Meeresspiegel um 3,14 cm ansteigen lassen.
Internationale Zusammenarbeit und Datenbasis
Der Bericht basiert auf einer groß angelegten internationalen Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, die von der European Space Agency (ESA) und der NASA unterstützt wird. Durch die Zusammenführung von Messungen aus 27 Satellitenmissionen, darunter ESA‑Missionen wie CryoSat und die Copernicus‑Sentinels, entsteht das bislang umfassendste Langzeit‑Datenset zu den Eisschilden.
Messmethoden und Datenintegration
Verschiedene Satelliten erfassen das Eis auf unterschiedliche Weise: Altimeter messen die Oberflächenerhebung, Gravimetrie erfasst Massenveränderungen, Radar‑ und Optiksensoren bestimmen die Fließgeschwindigkeit der Gletscher. Das IMBIE‑Team harmonisiert diese heterogenen Messungen, um konsistente Massenbilanzschätzungen zu erhalten.
Dominanz des Gletscherschwunds
Mehr als vier Fünftel des gesamten Eisverlusts wurden durch beschleunigte Gletscherflüsse in den Ozean transportiert, während nur rund 16 % durch Oberflächenschmelze entstanden sind. Diese Dynamik wird laut Inès Otosaka, Leiter der Studie, hauptsächlich durch die Erwärmung der Ozeane angetrieben.
Regionale Beiträge zum Meeresspiegel
Grönland hat 1,81 cm zum Anstieg des Meeresspiegels beigetragen, Antarktis 1,33 cm. Andrew Shepherd betont, dass bereits ein Anstieg von etwas mehr als drei Zentimetern das Risiko von Küstenüberschwemmungen für sechs bis neun Millionen Menschen erhöht.
Beschleunigte Verluste seit den 1990er‑Jahren
Seit den 1990er‑Jahren haben die jährlichen Eisverluste stark zugenommen: Grönland stieg von etwa 60 Milliarden Tonnen pro Jahr in den 1980er‑Jahren auf 264 Milliarden Tonnen in den 2010er‑Jahren, während Antarktis von rund 48 Milliarden Tonnen auf 202 Milliarden Tonnen anstieg. Besonders die Gletscher Pine Island und Thwaites in Westantarktis zeigen eine kontinuierliche Beschleunigung.
Kurzfristige Schwankungen, langfristige Tendenz
Zwischen 2020 und 2023 kam es zu einer leichten Abschwächung des Gesamteisverlusts, bedingt durch ungewöhnlich hohe Schneefälle in Ostantarktis und mildere Sommer in Grönland. Wissenschaftler warnen jedoch, dass diese Schwankungen keine Umkehr des langfristigen Trends darstellen.
Zukunftsaussichten und neue Missionen
Die anhaltende Beobachtung ist laut Clement Albergel von ESA entscheidend, um die gegen
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