Einleitung
Der Vorsitzende des Youth Justice Board for England and Wales, Keith Fraser, betont die systemischen Vorurteile, die zur Überrepräsentation von Kindern mit schwarzer und gemischter Ethnie im Jugendstrafrechtssystem führen. Er erforscht die strukturellen Reformen und kulturell sensiblen Interventionen, die Fairness und Gleichheit innerhalb des Systems gewährleisten können.
Die Herausforderung der ethnischen Ungleichheit
Unser Verständnis der ethnischen Ungleichheit im Jugendstrafrechtssystem hat sich in den letzten Jahren vertieft. Während frühere Überlegungen sich stark auf die Zahlen konzentrierten, die immer noch kritisch sind, erweitert sich unser Blickwinkel, um die strukturellen und institutionellen Faktoren zu berücksichtigen, die Ungleichheit schaffen und aufrechterhalten. Diese Erweiterung umfasst sowohl das formale System als auch die Faktoren, die dem System vorausgehen.
Disparitäten und ihre Auswirkungen
Disparitäten im Zusammenhang mit Rasse beginnen oft früher im Leben eines Kindes und prägen die Ergebnisse im gesamten System. Beispiele hierfür sind anhaltende Armut, die Anerkennung von besonderen Bildungsbedürfnissen und Schulausschlüsse. Black Caribbean Schüler in England haben beispielsweise ein mehr als dreimal höheres Risiko, permanent von der Schule ausgeschlossen zu werden, als weiße britische Schüler.
Adultifizierung und ihre Folgen
Innerhalb des Systems werden schwarze Kinder oft als älter, weniger unschuldig und weniger verletzlich angesehen als ihre Altersgenossen. Dieses Phänomen, bekannt als ‚Adultifizierung‘, zeigt sich in verschiedenen Aspekten des Systems, von Beurteilungen und Berichten bis hin zu Entscheidungen und Ergebnissen. Die Sprache, die in Berichten über schwarze Kinder verwendet wird, tendiert dazu, formaler zu sein, was ihre Verletzlichkeit oder Umstände minimieren und stattdessen mehr Gewicht auf ihre Entscheidungen und Reife legen kann.
Strukturelle Reformen und vielversprechende Praktiken
Ein wichtiger Aspekt unseres Wandels ist die erneute Konzentration auf strukturelle Reformen. Dies bedeutet, dass anhaltende Ungleichheit durch individuelle Praktiken sowie durch Richtlinien, Prozesse und Systembedingungen geprägt wird. Wir haben in communitybasierte Alternativen zu Haft investiert und fördern die Mitwirkung, um das System umzugestalten. Beispiele für vielversprechende Praktiken umfassen Programme, die kulturell sensibel und anti-rassistisch sind und Ergebnisse liefern.
Schlussfolgerung
Trotz des Fortschritts, der erzielt wird, ist es zu langsam, und schwarze und gemischte Ethnie-Kinder werden immer noch durch sozioökonomische Ungleichheit behindert, was sie eher in das Jugendstrafrechtssystem bringt. Dies ist systemischer Rassismus. Das Jugendstrafrechtssystem hat das Potenzial, diese rassischen Disparitäten zu verringern, zu stabilisieren oder zu verstärken. Wir müssen aktiv wählen, sie zu verringern. Unser evolvierender Ansatz spiegelt ein Engagement für Fairness, Rechenschaftspflicht und ein Jugendstrafrechtssystem wider, das jeden Menschen als Kind behandelt und die Ungleichheiten angeht, die zu lange unangefochten blieben.
