Hintergrund
Ein aktueller Forschungsbericht analysiert, wie stark die Dauer von krankheitsbedingten Fehlzeiten bei psychischen Störungen von einzelnen Betriebsärzten beeinflusst wird. Die Studie zeigt, dass die mittlere Fehlzeit je nach behandelndem Fachmann zwischen 18 und 28 Wochen variieren kann.
Methodik
Die Untersuchung basiert auf einem Datensatz von über 30 000 Fehlzeiten aus verschiedenen Branchen. Ein kreuzklassifiziertes Mehrebenenmodell wurde eingesetzt, um den Anteil der Varianz, der auf Betriebsärzte zurückzuführen ist, zu schätzen und gleichzeitig individuelle, organisatorische und sektorale Einflüsse zu berücksichtigen.
Ergebnisse
Die Analyse ergab eine Varianzkomponente von σ² = 0,13, die auf Unterschiede zwischen Betriebsärzten zurückzuführen ist. Für besonders leistungsstarke Betriebsärzte lag die mediane Fehlzeit bei 18 Wochen oder weniger, während bei weniger effektiven Fachkräften die mediane Dauer 28 Wochen oder mehr betrug. Zusätzlich trugen individuelle Merkmale, Unternehmensstrukturen und branchenspezifische Faktoren erheblich zur Gesamtdauer bei.
Bedeutung für die Praxis
Die Ergebnisse legen nahe, dass nicht nur die Gesundheit des einzelnen Mitarbeiters, sondern auch die Qualität der Betreuung durch den Betriebsarzt die Rückkehr an den Arbeitsplatz beeinflusst. Durch die Einbeziehung von Betriebsarzt‑ und Unternehmens‑Random‑Effekten konnte die geschätzte Varianz auf individueller Ebene um etwa 50 % reduziert werden, was die Relevanz von systemischen Maßnahmen unterstreicht.
Ausblick
Die Autoren empfehlen, dass Betriebsärzte und Unternehmen gemeinsam Strategien entwickeln, um die Fehlzeit zu verkürzen. Weitere Forschung soll klären, welche konkreten Eigenschaften und Praktiken von Betriebsärzten die Rückkehr am effektivsten unterstützen. Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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