Deutschland: Bundestag fordert nationale Medienkompetenz-Strategie
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat im Parlament einen Gesetzentwurf eingereicht, der die Bundesregierung auffordert, gemeinsam mit den Bundesländern eine nationale Strategie zur Vermittlung von Medienkompetenz zu erarbeiten. Ziel sei es, altersübergreifende Maßnahmen zu bündeln und damit die digitale Bildung in Deutschland zu stärken.
Kernforderung
Im Antrag (Dokument 21/6660) wird verlangt, dass ein Koordinierungsstelle „Digitale Medienkompetenz“ auf Bundesebene eingerichtet wird. Diese Stelle soll Qualitätsstandards entwickeln, einen Kompetenzrahmen festlegen, aktuelle Trends analysieren und Forschungsergebnisse praxisnah aufbereiten.
Koordinierungsstelle
Die geplante Koordinierungsstelle soll zudem Lehr‑ und Lernmaterialien bereitstellen, medienpädagogische Initiativen vernetzen, Fortbildungen anbieten und aktiv an der Aufklärung von Desinformationskampagnen mitwirken.
Finanzierung
Ein weiterer Baustein des Antrags ist die Einrichtung eines „Nationalen Medienkompetenz‑Fonds“. Dieser Fonds soll aus der Besteuerung von Onlinewerbeumsätzen großer Digitalunternehmen gespeist werden und langfristig medienpädagogische Angebote finanzieren.
Ziele und Maßnahmen
Durch die Kombination von koordinierter Steuerung und gesicherter Finanzierung sollen qualitativ hochwertige medienpädagogische Programme entwickelt, verbreitet und nachhaltig unterstützt werden. Die Fraktion betont, dass damit sowohl Prävention von Fehlinformationen als auch die Förderung kritischer Mediennutzung erreicht werden könne.
Verfahren
Der Gesetzentwurf wurde am 29. Juni 2026 im Rahmen der Kurzmitteilungen des Bundestags veröffentlicht. Die Bundesregierung wird nun aufgefordert, den Antrag zu prüfen und gegebenenfalls in den Gesetzgebungsprozess einzubringen.
Ausblick
Nach Angaben des Fraktionsvorsitzenden soll die Diskussion im kommenden parlamentarischen Wochenplan weitergeführt werden. Beobachter erwarten, dass das Thema Medienkompetenz angesichts steigender Online‑Nutzung und zunehmender Desinformationsrisiken verstärkt in den politischen Diskurs einfließt.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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