International: Haiti kehrt nach 52 Jahren zur Fußball-WM zurück – ein Symbol für Hoffnung und Einheit
Historische Qualifikation
Nach 52 Jahren hat die haitianische Fußballnationalmannschaft die Qualifikation für die WM 2026 erreicht und damit ein historisches Comeback vollzogen. Die Mannschaft, die als „Les Grenadiers“ bekannt ist, führte die Gruppe C der CONCACAF‑Qualifikation an, obwohl die Gruppe starke Gegner wie Brasilien und Marokko enthält.
FuĂźball als Nationalsport
Fußball gilt seit langem als Nationalsport in Haiti; überall – von Schulen über enge Gassen bis hin zu Hinterhöfen – spielen Kinder und Erwachsene das Spiel. Trotz fehlender moderner Anlagen bleibt die Begeisterung für das „schöne Spiel“ ungebrochen.
Infrastruktur unter Druck
Die wenigen vorhandenen Sportanlagen sind stark von bewaffneten Gruppen betroffen. Das FIFA‑Goal‑Center in Croix‑des‑Bouquets wurde von der 400‑Mawozo‑Gang eingenommen und teilweise niedergebrannt. Auch das Sylvio‑Cator‑Stadion in Port‑au‑Prince wurde 2024 beschädigt und ausgeraubt, während weitere Einrichtungen wie das Olympische Zentrum in von Gangs kontrollierten Zonen liegen.
Teamaufstellung und Vorbereitung
Da heimische Spiele nicht möglich waren, fanden die Qualifikationsspiele in Curaçao statt. Die Mannschaft besteht überwiegend aus im Ausland spielenden Spielern, darunter Stürmer wie Duckens Nazon und Wilson Isidor, Mittelfeldspieler Jean Ricner Bellegarde, Torwart Johny Placide und Verteidiger Ricardo Adé. Der einzige im heimischen Ligabetrieb aktive Spieler ist Wédensky Pierre vom Violette Athletic Club.
Begeisterung der Bevölkerung
Die Qualifikation löste landesweite Feierlichkeiten aus: Straßen wurden mit Fahnen geschmückt, öffentliche Verkehrsmittel zeigten die Nationalflagge, und Händler verkauften Tausende Trikots. Das Innenministerium stellte großformatige Bildschirme bereit, damit Menschen in abgelegenen Dörfern die Spiele gemeinsam verfolgen konnten.
Fortbestehende Unsicherheit
Während die WM‑Fieber die Bevölkerung vereint, bleibt die Gewalt durch Gangs ein gravierendes Problem. In Stadtteilen wie Cité Soleil setzen Angriffe seit Mai das tägliche Leben unter Druck und zwingen Tausende zur Flucht.
Leistungen im Turnier
Im „Group of Death“ der K.-o.-Phase verlor Haiti sein Auftaktsieg gegen Schottland mit 0:1 in New Jersey, gefolgt von einer 0:3‑Niederlage gegen Brasilien in Boston und einer 2:4‑Niederlage gegen Marokko. Trotz des Ausscheidens zeigte das Team Kampfgeist und erzielte zwei Tore im letzten Spiel.
Soziale Wirkung und Ausblick
Die Teilnahme an der WM hat das internationale Bild Haitis positiv beeinflusst. Fans betonten, dass das Turnier ein Zeichen für die Widerstandsfähigkeit des Landes setze und die übliche Berichterstattung über Gewalt und Armut ergänze. Der Verein der Spieler fordert weiterhin die Öffnung des Landes, um die Lebensbedingungen zu verbessern.
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