Bundeskanzler Friedrich Merz und der brasilianische Präsident Luiz inácio Lula da Silva eröffneten die 42. Deutsch‑Brasilianischen Wirtschaftstage im Rahmen der Hannover Messe und kündigten das Ziel an, das bilaterale Handelsvolumen bis zum Jahr 2026 zu verdoppeln.
Freihandelsabkommen MERCOSUR‑EU
Ein zentrales Anliegen beider Länder ist der Abschluss des MERCOSUR‑Abkommens, das eine der größten Freihandelszonen der Welt bilden und den Handel zwischen den beiden Wirtschaftsräumen deutlich ausweiten soll. Das vorläufige Handelsabkommen soll bereits ab dem 1. Mai 2026 gelten, während die Ratifizierung im Europäischen Rat und im Europäischen Parlament noch aussteht.
Aktuelle Handelszahlen
Im Jahr 2024 betrug das bilaterale Handelsvolumen über 20 Milliarden Euro, wobei rund 1.300 Unternehmen mit deutschem Kapital in Brasilien aktiv sind und etwa zehn Prozent der industriellen Wertschöpfung des Landes ausmachen. Deutschland importierte im selben Jahr Rohstoffe im Umfang von rund drei Milliarden Euro.
Zukunftsfelder: Digitalisierung und Industrie 4.0
Beide Seiten sehen große Chancen in der digitalen Transformation. Seit 2021 existiert ein deutsch‑brasilianischer Digitaldialog, der den Austausch zu Künstlicher Intelligenz, Internet‑Governance und intelligenten Fertigungsverfahren fördert. Die Fraunhofer‑Gesellschaft und das Deutsche Zentrum für Luft‑ und Raumfahrt kooperieren bereits seit über einem Jahrzehnt mit brasilianischen Forschungseinrichtungen.
Rohstoffe und Seltene Erden
Brasilien verfügt über umfangreiche Vorkommen an Seltenen Erden und ist ein bedeutender Produzent von Niob, einem Metall, das für Solarzellen benötigt wird. Weitere Metalle für die Elektromobilität und Windkraftanlagen sind ebenfalls vorhanden. Das seit über zehn Jahren bestehende Deutsch‑Brasilianische Kompetenzzentrum für Bergbau und Rohstoffe in São Paulo unterstützt den Technologietransfer.
Langfristige Perspektiven
Beide Länder betonen das gemeinsame volkswirtschaftliche Potenzial von über 300 Millionen Konsumenten und einem kombinierten Bruttoinlandsprodukt von fast 21 Billionen Euro. Durch den Wegfall von Zöllen und den Abbau von Handelshemmnissen soll langfristiges Wirtschaftswachstum gefördert werden. Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie‑ und Handelskammertages erwarten ein Drittel der im Ausland tätigen deutschen Unternehmen positive Effekte aus dem Freihandelsabkommen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundesregierung, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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