Kernbefund
Eine aktuelle Studie zeigt, dass das restliche Plasma aus HeparinâSeparatorâRöhrchen, das routinemĂ€Ăig in der klinischen Chemie verwendet wird, als zuverlĂ€ssige Quelle fĂŒr zellfreie DNA (cfDNA) dienen kann. Die Analyse von 49 Proben aus gesunden Freiwilligen und viralen PCRâpositiven Patienten ergab hohe Ăbereinstimmungen mit herkömmlichen EDTAâPlasmen hinsichtlich viraler Detektion, KopienzahlâProfilen, Methylierungsmustern und Fragmentierungsmerkmalen.
Hintergrund
cfDNA wird fĂŒr molekulare Tests zunehmend genutzt, erfordert jedoch meist spezielle SammelbehĂ€lter oder sofortige Weiterverarbeitung. Die Möglichkeit, bereits vorhandenes Plasma aus HeparinâSeparatorâRöhrchen zu verwenden, könnte die VerfĂŒgbarkeit von cfDNA fĂŒr biobankingâ und Analysezwecke deutlich erhöhen.
Versuchsdesign â Sofortige Verarbeitung
In einem ersten Experiment wurden von fĂŒnf gesunden Freiwilligen Blutproben gleichzeitig in EDTAâ, Streckâ und HeparinâSeparatorâRöhrchen entnommen und unmittelbar verarbeitet. AnschlieĂend erfolgte WholeâGenomeâSequenzierung sowie angereicherte MethylierungsâSequenzierung, um die Ăbereinstimmung der verschiedenen Parameter zu prĂŒfen.
Ergebnisse â Sofortige Verarbeitung
Die HeparinâSeparatorâPlasmen wiesen eine hohe Korrelation mit EDTAâ und StreckâPlasmen auf: SpearmanâKorrelationskoeffizienten fĂŒr Methylierungsmuster lagen zwischen 0,65 und 0,70, wĂ€hrend Fragmentierungsmerkmale ebenfalls stark ĂŒbereinstimmten.
Versuchsdesign â Verzögerte Verarbeitung
Ein zweites Experiment simulierte klinische Bedingungen, indem EDTAâ und HeparinâSeparatorâPlasmen von sechs Probanden bei Raumtemperatur bzw. 4âŻÂ°C verzögert verarbeitet wurden. Ziel war zu prĂŒfen, ob die Lagerungsbedingungen die QualitĂ€t der cfDNA beeinflussen.
Ergebnisse â Verzögerte Verarbeitung und KlinikâKohorte
Selbst bei verzögerter Verarbeitung blieb die Ăbereinstimmung hoch. In einer KlinikâKohorte von 38 viralen PCRâpositiven Patienten zeigte das HeparinâSeparatorâPlasma eine starke Korrelation mit dem zugehörigen EDTAâPlasma fĂŒr virale Detektion (ÏâŻ=âŻ0,95), KopienzahlâProfilierung (ÏâŻ=âŻ0,72â0,96) und Methylierungsmuster (ÏâŻ=âŻ0,50â0,83).
Implikationen
Die Ergebnisse legen nahe, dass restliches Plasma aus HeparinâSeparatorâRöhrchen, sofern es gekĂŒhlt und zeitnah verarbeitet wird, als ergĂ€nzende Quelle fĂŒr cfDNAâBiobanking und molekulare Analysen genutzt werden kann. Dies könnte die Ressourcennutzung in klinischen Laboren optimieren und den Zugang zu cfDNAâMaterial fĂŒr Forschungsâ und Diagnosezwecke erweitern.
Fazit
Die Untersuchung bestĂ€tigt die Machbarkeit, HeparinâSeparatorâPlasma als untergenutzte, aber leicht verfĂŒgbare Quelle fĂŒr cfDNA zu verwenden, ohne die QualitĂ€t der gewonnenen molekularen Daten zu beeintrĂ€chtigen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von eLife, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugÀnglich.
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