Eine achtwöchige Untersuchung mit 64 männlichen Junioren‑Sprintern hat gezeigt, dass ein Training nach dem High‑Intensity Interval Cross Training (HIICT) die Sprintzeit über 100 m, die Zwischensplit‑Zeit über die ersten 60 m sowie die Bodenkontaktzeit stärker verbessert als ein klassisches Sprinttraining (CT) bei vergleichbarer interner Belastung.
Studienaufbau
Die Teilnehmenden wurden zufällig einer HIICT‑ oder einer CT‑Gruppe zugeordnet. Beide Gruppen absolvierten ein gleiches Gesamtvolumen an Training, wobei die innere Belastung mittels Session‑Rating‑of‑Perceived‑Exertion (sRPE) erfasst wurde. Vor und nach dem Interventionszeitraum wurden Sprint‑ und Sprungleistung, Bodenkontaktzeit, kraftbezogene Kennwerte, anaerobe Leistung sowie die Körperzusammensetzung gemessen.
Leistungsverbesserungen
Im Vergleich zur CT‑Gruppe erzielte die HIICT‑Gruppe signifikant bessere Fortschritte bei der 100‑m‑Sprintzeit, der ersten 60‑m‑Splitzeit, der Bodenkontaktzeit, dem Countermovement‑Jump (CMJ) und der relativen Spitzenleistung. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass HIICT die sprint‑spezifischen explosiven Qualitäten stärker fördert.
Kraft‑ und Powerparameter
Die Squat‑Jump‑Leistung verbesserte sich in beiden Gruppen, wobei die Tendenz zu einer größeren Steigerung bei HIICT erkennbar war. Beim Power‑Clean zeigte die HIICT‑Gruppe zudem eine überlegene Leistungsentwicklung, während weitere kraftbezogene Messwerte weitgehend ähnlich blieben.
Körperzusammensetzung
Die Analyse der Körperzusammensetzung offenbarte keine relevanten Unterschiede zwischen den Gruppen; sowohl HIICT als auch CT führten zu vergleichbaren Veränderungen in Fett‑ und Muskelmasse.
Praktische Implikationen
Die Autoren empfehlen HIICT als ergänzende Trainingsoption für Junioren‑Sprintprogramme, insbesondere wenn das Ziel die Optimierung sprint‑spezifischer neuromuskulärer Qualitäten ist. Der Ansatz könnte insbesondere in Phasen mit begrenztem Zeitbudget von Nutzen sein.
Einschränkungen und Ausblick
Die Studie betont, dass die Ergebnisse aufgrund der spezifischen Stichprobe und methodischer Beschränkungen mit Vorsicht zu interpretieren sind. Weitere Forschung mit größeren Kohorten und unterschiedlichen Altersklassen sei erforderlich, um die Übertragbarkeit der Befunde zu prüfen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access).
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