USA: HIV-Seroprävalenz bei Patienten mit mononukleoseähnlicher Erkrankung und ambulant erworbener Pneumonie in Warschau
In einer prospektiven Kohortenstudie wurden von Mai 2015 bis März 2018 an der Notaufnahme des Krankenhauses für Infektionskrankheiten in Warschau 885 Patienten mit den Indikatorbedingungen Mononukleose‑ähnliche Erkrankung (MONO) oder ambulant erworbene Pneumonie (CAP) untersucht. Von diesen akzeptierten 636 (71,9 %) das HIV‑DUO‑Testing, wobei 22 Patienten (3,5 %) HIV‑positiv waren.
Studienaufbau
Die Untersuchung war Teil des europäischen OptTEST‑Projekts und richtete sich an Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren, die mit MONO oder CAP in die Notaufnahme kamen. Das HIV‑DUO‑Testverfahren kombinierte Antikörper‑ und Antigen‑Nachweis, um eine frühe Diagnostik zu ermöglichen.
Teilnehmer und Testakzeptanz
Von den 794 Patienten mit MONO und 91 Patienten mit CAP stimmten 71,9 % dem HIV‑Test zu. Die Akzeptanzrate war damit vergleichbar mit früheren Studien zu Indikator‑basiertem Testing in Notaufnahmen.
Ergebnisse nach Indikatorbedingungen
Die HIV‑Prävalenz betrug bei MONO‑Patienten 2,6 % und bei CAP‑Patienten 11,1 %. Unter den HIV‑positiven Patienten waren 90,9 % männlich, wobei 59 % als Männer, die Sex mit Männern haben, oder bisexuell angegeben wurden. Das mittlere Alter der Infizierten lag bei 32,5 Jahren.
Immunologische Befunde
Der mediane CD4‑Zellwert bei Diagnose betrug insgesamt 341 Zellen/µL. Patienten mit CAP wiesen einen deutlich niedrigeren medianen CD4‑Wert von 61 Zellen/µL auf, während MONO‑Patienten einen medianen Wert von 366,5 Zellen/µL hatten.
Verbindung zur Versorgung
Alle diagnostizierten HIV‑Patienten wurden in die Versorgung überführt; 95,5 % begannen innerhalb einer Medianzeit von acht Tagen mit einer antiretroviralen Therapie.
Bedeutung der Ergebnisse
Die festgestellte HIV‑Seroprävalenz übertrifft den nationalen Durchschnitt in Polen, insbesondere bei Patienten mit CAP. Diese Daten unterstützen die Empfehlung, Indikator‑basierte HIV‑Tests routinemäßig in Notaufnahmen einzuführen, um späte Diagnosen zu reduzieren und den Zugang zu Therapie zu beschleunigen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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