Studienmethodik
Eine Querschnittsstudie wurde im Zeitraum 2022‑2023 in den psychiatrischen Ambulanzzentren des King‑Saud‑University‑Medical‑City in Riad, Saudi‑Arabien, durchgeführt. Insgesamt wurden 120 pflegende Angehörige von Patienten mit schwerer persistierender psychischer Erkrankung (SPMI) mittels standardisierter, validierter Fragebögen befragt, darunter PHQ‑9, GAD‑7, die arabische Kurzversion des Zarit Burden Interview (ZBI) und WHOQOL‑BREF.
Belastungsniveau und psychische Begleiterscheinungen
Die Analyse ergab einen signifikanten positiven Zusammenhang zwischen der Belastungsskala des ZBI und den Depressions‑ sowie Angstwerten (p < 0,001). Pflegende mit höheren Belastungswerten wiesen gleichzeitig höhere Werte in PHQ‑9 und GAD‑7 auf.
Einfluss von Geschlecht und Wohnsituation
Frauen berichteten signifikant höhere Belastungswerte als Männer (p = 0,04). Ebenso zeigte sich ein signifikanter Anstieg der Belastung bei pflegenden Angehörigen, die im selben Haushalt wie der Patient lebten (p = 0,002).
Zusammenhang mit Schwere der Erkrankung und Verwandtschaftsgrad
Eine höhere wahrgenommene Schwere der psychischen Erkrankung des Patienten korrelierte mit einer gesteigerten Belastung (p = 0,001). Darüber hinaus meldeten Ehepartner und Kinder des Patienten signifikant höhere Belastungswerte im Vergleich zu anderen Verwandten (p = 0,036).
Auswirkungen auf die Lebensqualität
In multivariaten Analysen standen Angstsymptome und die Einschätzung der Krankheitsschwere in einem unabhängigen Zusammenhang mit einer schlechteren Lebensqualität, gemessen an den physischen und psychologischen Domänen des WHOQOL‑BREF (p < 0,001 bzw. p = 0,013).
Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass pflegende Angehörige von SPMI‑Patienten in Saudi‑Arabien erheblichen psychischen Belastungen ausgesetzt sind, die ihre Lebensqualität mindern. Die Studie unterstreicht den dringenden Bedarf an gezielten Unterstützungsprogrammen, die insbesondere Angst, Depression und die Belastungen durch das Zusammenleben adressieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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