Hintergrund
Eine aktuelle landesweite Querschnittstudie hat die Verbreitung von Typ‑2‑Diabetes bei der indigenen Bevölkerung von Peninsular Malaysia ermittelt. Die Untersuchung richtet sich an die unterrepräsentierte Gruppe der Orang Asli, die aufgrund sozialer Benachteiligungen und eingeschränktem Zugang zu Gesundheitsdiensten ein erhöhtes Risiko aufweist. Die Ergebnisse sollen Entscheidungsträgern evidenzbasierte Grundlagen für Präventions‑ und Versorgungsstrategien liefern.
Methodik
Der Orang Asli Health Survey 2022 wurde mit einem komplexen Stichprobenverfahren in neun Bundesstaaten durchgeführt. Zwei‑stufige, geschichtete Zufallsstichproben berücksichtigten den Wohnort (urban, Rand, abgelegen) und die Stammeszugehörigkeit (Senoi, Proto‑Malay, Negrito). Daten wurden durch standardisierte Interviews und klinische Messungen erhoben; insgesamt nahmen 9 206 erwachsene Personen an der Diabetes‑Modulbefragung teil.
Definition von Diabetes
Diabetes wurde definiert als entweder vom Arzt diagnostizierte Erkrankung oder ein nüchterner Blutzuckerwert von mindestens 7,0 mmol/L. Diese duale Definition ermöglichte die Erfassung sowohl klinisch bestätigter als auch selbstberichteter Fälle.
Ergebnisse
Die Gesamtprävalenz von Diabetes betrug 16,1 % (95 % KI: 14,3–17,9). Frauen wiesen eine leicht höhere Rate von 16,8 % auf. Die Prävalenz stieg mit dem Alter an und erreichte 28,1 % bei Personen ab 60 Jahren. Urban lebende Teilnehmer zeigten mit 21,1 % die höchste Belastung, gefolgt von Randgebieten. Stammzugehörigkeit war ebenfalls relevant: Proto‑Malay‑Teilnehmer hatten eine Prävalenz von 18,8 % gegenüber 14,0 % bei Senoi. Weitere Risikofaktoren waren fehlende Schulbildung, Haushaltseinkommen ≥ RM 2000, Adipositas, Bluthochdruck und erhöhter Cholesterinspiegel.
Multivariate Analyse
In der adjustierten logistischen Regression waren das Alter von 40–59 Jahren (AOR 1,64; 95 % KI 1,35–1,99) und ≥ 60 Jahre (AOR 2,14; 95 % KI 1,40–3,28) signifikant mit Diabetes assoziiert. Urbaner (AOR 1,73; 95 % KI 1,07–2,79) und Rand‑ (AOR 1,63; 95 % KI 1,13–2,35) Wohnort erhöhten das Risiko. Mitglieder der Proto‑Malay‑ (AOR 2,41; 95 % KI 1,50–3,86) und Senoi‑Stämme (AOR 1,70; 95 % KI 1,08–2,68) zeigten ebenfalls höhere Odds. Unvollständige Grundschulbildung (AOR 1,28; 95 % KI 1,02–1,60), höheres Haushaltseinkommen (AOR 1,47; 95 % KI 1,12–1,93), Bluthochdruck (AOR 1,42; 95 % KI 1,03–1,95) und Hypercholesterinämie (AOR 2,17; 95 % KI 1,70–2,76) blieben unabhängige Prädiktoren.
Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen
Die Studie belegt, dass Diabetes bei den Orang Asli weit verbreitet ist, insbesondere bei älteren Personen, urbanen Bewohnern und bestimmten Stammesgruppen. Die Kombination aus sozioökonomischen und gesundheitlichen Faktoren erfordert gezielte, kulturell angepasste Präventions‑ und Screening‑Programme. Gesundheitspolitische Maßnahmen sollten den Fokus auf Aufklärung, Zugang zu diagnostischen Diensten und Management von Begleiterkrankungen legen, um die Krankheitslast nachhaltig zu reduzieren.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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