USA: Hohe Impf‑Skepsis in Campo Grande, Brasilien
In einer Befragung von 518 Einwohnern der brasilianischen Stadt Campo Grande gaben 50,2 % an, Impfungen zu zögern, wobei die COVID‑19‑Impfstoffe mit 55,4 % die häufigste Ursache darstellten. Die Studie, die von September 2022 bis Oktober 2023 durchgeführt wurde, liefert aktuelle Zahlen zur Impf‑Skepsis in einer Region, die zuvor nur wenig untersucht war.
Studienaufbau und Datenerhebung
Die Untersuchung war als Querschnittsstudie konzipiert und erfolgte im Rahmen einer Hausbefragung. Insgesamt wurden 467 Haushalte besucht und die Befragungen persönlich mittels eines standardisierten WHO‑Fragebogens durchgeführt. Die Teilnehmenden wurden nach Alter, Geschlecht, Bildungsstand und weiteren demografischen Merkmalen erfasst.
Analyseverfahren
Zur Auswertung kamen deskriptive Statistiken sowie univariate und multivariate logistische Regressionsmodelle zum Einsatz. Ziel war es, Zusammenhänge zwischen Impf‑Skepsis und potenziellen Einflussfaktoren zu identifizieren. Die Ergebnisse wurden als adjustierte Odds Ratios (aOR) mit 95‑Prozent‑Konfidenzintervallen angegeben.
Hauptergebnisse
Die Mehrheit der befragten Personen nannte mangelndes Vertrauen als Grund fĂĽr ihre Skepsis (62,3 %). JĂĽngere Teilnehmende zeigten mit einem aOR von 0,98 (95 % CI 0,97–0,99) eine geringere Wahrscheinlichkeit, geimpft zu sein, verglichen mit älteren Personen. Zudem war das Vertrauen in die Schutzwirkung von Impfungen stark reduziert (aOR 0,23; 95 % CI 0,06–0,66) und die Nutzung von Informationsquellen wie GesundheitsÂarbeiter*innen oder offiziellen Online‑Profilen war mit einem aOR von 0,39 (95 % CI 0,17–0,86) weniger verbreitet.
Interpretation der Befunde
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Vertrauen in Impfungen und die Nutzung vertrauenswürdiger Informationsquellen zentrale Determinanten für die Impf‑Skepsis in Campo Grande sind. Die hohe Ablehnung von COVID‑19‑Impfstoffen kann zudem mit der anhaltenden „Infodemie“ während der Pandemie zusammenhängen.
Implikationen fĂĽr die Gesundheitspolitik
Die Studie legt nahe, dass gezielte Aufklärungskampagnen, die das Vertrauen stärken und zuverlässige Informationsquellen hervorheben, notwendig sind, um die Impf‑Skepsis zu reduzieren. Besonders jüngere Bevölkerungsgruppen sollten dabei adressiert werden.
Einschränkungen und Ausblick
Da die Erhebung auf Selbstangaben basiert, können soziale Erwünschtheit und Erinnerungsbias die Ergebnisse beeinflussen. Zukünftige Forschung sollte langfristige Trends verfolgen und Interventionen zur Vertrauensbildung evaluieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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