Hohe Migrationsabsicht von libanesischen Gesundheitsfachkräften – Finanz- und Sicherheitsfaktoren dominieren
Hintergrund
Eine aktuelle Untersuchung am Rafik Hariri University Hospital in Beirut zeigt, dass 70 % der befragten Gesundheitsfachkräfte beabsichtigen, das Land zu verlassen. Finanzielle Sorgen werden von 93 % der Befragten angegeben, Sicherheitsaspekte von 81 %.
Methodik
Die Studie kombiniert einen strukturierten Fragebogen mit semi‑strukturierten Interviews. Insgesamt 120 Fachkräfte aus der Patientenversorgung nahmen am Survey teil, während Abteilungsleiter in Einzelgesprächen zu organisatorischen und systemischen Einflussfaktoren befragt wurden. Quantitative Daten wurden statistisch ausgewertet, qualitative Aussagen thematisch analysiert.
Quantitative Ergebnisse
Ein signifikanter Zusammenhang wurde zwischen geringer Zufriedenheit mit dem Gehalt und der Migrationsabsicht festgestellt (adjustierter Odds Ratio = 0,85; 95 %‑Konfidenzintervall = 0,72–0,996). Weitere demografische Variablen zeigten keinen eindeutigen Einfluss.
Qualitative Erkenntnisse
Seit 2019 habe das Land einen kontinuierlichen Abfluss von Fachkräften erlebt, was zu akuten Personalknappungen, erhöhten Arbeitsbelastungen und sogar zur Schließung ganzer Abteilungen geführt habe, berichten die Abteilungsleiter. Die Situation wird als kritische Bedrohung der Versorgungsqualität beschrieben.
Vorschläge der Führungskräfte
Die befragten Leiter empfehlen finanzielle Anreize, gezielte Fortbildungsprogramme, ein unterstützendes Management sowie flexible Arbeitszeitmodelle, um die Bindung von Fachkräften zu stärken.
Schlussfolgerungen
Die Migration von Gesundheitsfachkräften aus dem Libanon resultiere aus einem komplexen Zusammenspiel von finanziellen, beruflichen und systemischen Faktoren. Die Autoren betonen die Notwendigkeit sofortiger und nachhaltiger politischer Maßnahmen, die finanzielle Stabilität mit Personalentwicklung und verbesserten Arbeitsbedingungen verbinden, um die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems zu sichern.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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