USA: Hohe Prävalenz von Angst und Depression bei Colitis ulcerosa‑Patienten in Pakistan – schlechtere Lebensqualität mit steigender Krankheitsaktivität
Eine aktuelle Studie aus Pakistan untersuchte 101 Patientinnen und Patienten mit Colitis ulcerosa hinsichtlich psychischer Belastungen und Lebensqualität. Die Untersuchung ergab, dass 21,8 % der Befragten Anzeichen von Angst und 17,8 % von Depression zeigten, während nur 1 % eine ausgezeichnete Lebensqualität angaben.
Studienaufbau
Die Forscher führten von Februar 2024 bis Mai 2025 eine Querschnittserhebung in den ambulanten IBD‑Kliniken des Gastroenterologie‑Departments des Holy Family Hospital in Rawalpindi durch. Erfasst wurden demografische Daten, Krankheitsverlauf und Schweregrad nach Mayo‑Score und Montreal‑Klassifikation. Psychische Befunde wurden mittels Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) und Beck‑Depressions‑Inventar‑II (BDI‑II) ermittelt; die Lebensqualität wurde mit dem Inflammatory Bowel Disease Questionnaire‑32 (IBDQ‑32) gemessen.
Psychische Belastung
Die durchschnittliche IBDQ‑Punktzahl lag bei 150 ± 32,9. Hinsichtlich der Lebensqualität berichteten 12,9 % der Patientinnen und Patienten von einer schlechten, 60,4 % von einer guten und 1 % von einer ausgezeichneten Situation. Die Prävalenz von Angst (21,8 %) und Depression (17,8 %) verdeutlicht ein erhebliches psychisches Belastungsniveau in dieser Kohorte.
Zusammenhang von Krankheitsaktivität und Lebensqualität
Statistische Analysen zeigten signifikante positive Korrelationen zwischen dem Mayo‑Score und Angst (ρ = 0,42, p = 0,001) sowie Depression (ρ = 0,38, p = 0,002). Gleichzeitig bestand eine starke negative Korrelation zwischen dem Mayo‑Score und der IBDQ‑Punktzahl (ρ = ‑0,51, p < 0,001). Kruskal‑Wallis‑Tests bestätigten signifikante Unterschiede in psychischer Belastung und Lebensqualität über die Schweregrade hinweg (p < 0,05).
Prädiktoren der Lebensqualität
Eine multivariate Regressionsanalyse identifizierte den Mayo‑Score, die HADS‑Anxiety‑Skala (HADS‑A), die HADS‑Depression‑Skala (HADS‑D) sowie das Krankheitsausmaß als signifikante negative Prädiktoren des IBDQ‑Scores (jeweils p < 0,05). Diese Befunde unterstreichen, dass sowohl die objektive Krankheitsaktivität als auch subjektive psychische Belastungen die Lebensqualität maßgeblich beeinflussen.
Implikationen für die Versorgung
Die Ergebnisse legen nahe, dass eine integrierte Versorgung von Colitis ulcerosa‑Patienten, die sowohl gastroenterologische als auch psychologische Komponenten berücksichtigt, notwendig ist, um die Lebensqualität zu verbessern. Routinemäßige Screening‑Verfahren für Angst und Depression könnten helfen, betroffene Patientinnen und Patienten frühzeitig zu identifizieren.
Einschränkungen und Ausblick
Die Studie ist aufgrund ihres Querschnittdesigns und der Beschränkung auf ein einzelnes Zentrum nicht repräsentativ für die gesamte Bevölkerung Pakistans. Zukünftige Forschung sollte longitudinale Designs und mehrere Kliniken einbeziehen, um kausale Zusammenhänge besser zu verstehen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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