Eine Studie mit 712 teilnehmenden Frauen aus Kisangani, Demokratische Republik Kongo, ergab eine Prävalenz von 28,4 % für Hochrisiko‑HPV (HR‑HPV). Die am häufigsten nachgewiesenen Genotypen waren HPV35, HPV52 und HPV31, während bei der Genomsequenzierung zwei neue Varianten von HPV103 und HPV223 identifiziert wurden.
Studienaufbau und Datenerhebung
Der Forschungsansatz war ein krankenhausbasierter Querschnitt, bei dem die Teilnehmenden mittels eines strukturierten Interviews zu sozio‑demografischen Merkmalen, klinischen Befunden und Sexualverhalten befragt wurden. Der Sichelzellenstatus wurde mittels Flüssigchromatographie‑Massenspektrometrie bestätigt, und zervikale Abstriche wurden mit dem ThinPrep®‑Pap‑Test gesammelt.
Laboranalysen und Genotypbestimmung
Die HR‑HPV‑Analyse erfolgte durch das Cobas® 6800‑System (RT‑PCR) sowie durch Sequenzierung auf der Oxford‑Nanopore‑Plattform. Cytologische Befunde wurden nach dem Bethesda‑System 2014 klassifiziert.
Risikofaktoren für HR‑HPV‑Infektion
Die logistische Regressionsanalyse zeigte, dass Frauen im Alter von 25 bis 34 Jahren (adjustierter Odds‑Ratio [aOR] 2,10), unverheiratete Frauen (aOR 1,54) und HIV‑positive Frauen (aOR 14,85) ein signifikant erhöhtes Risiko für eine HR‑HPV‑Infektion aufwiesen.
Faktoren für schwere zervikale Abnormalitäten
Bei den untersuchten Frauen waren das Alter von 45 bis 54 Jahren (aOR 3,80), die Anwendung von intravaginalen Kräuterpräparaten (aOR 3,59) und eine Infektion mit HPV33 (aOR 8,45) mit einem erhöhten Auftreten von schweren zervikalen Läsionen assoziiert.
Sichelzellenstatus und HPV
Der Sickle‑Cell‑Trägerstatus (HbAS) zeigte weder eine signifikante Korrelation mit einer HR‑HPV‑Infektion noch mit zervikalen Abnormalitäten, was auf einen fehlenden Einfluss dieses genetischen Merkmals in der untersuchten Population hindeutet.
Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Ergebnisse verdeutlichen eine hohe Belastung durch HR‑HPV in der Region und identifizieren HPV35, HPV52, HPV31 sowie neuartige Varianten als relevante Genotypen. Darüber hinaus unterstreichen das Alter, HPV33 und die Nutzung von intravaginalen Kräuterprodukten das Risiko für schwere zervikale Veränderungen. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um den potenziellen Zusammenhang zwischen HbSS‑Erkrankungen und HPV‑Infektionen zu klären.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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