USA: Hohe Prävalenz von Partnergewalt in Lagos – Studie aus Nigeria
In einer Studie aus Lagos, Nigeria, berichteten 83 % der befragten Bürger, dass sie irgendwann Gewalt durch ihren Ehepartner erlebt hatten; 51,8 % gaben an, im vergangenen Jahr davon betroffen gewesen zu sein. Emotionale Gewalt war dabei am häufigsten (78 % lebenslang, 47,8 % im letzten Jahr).
Studienaufbau und Stichprobe
Die Untersuchung war als Querschnittsstudie konzipiert und umfasste 502 Bürger, die mindestens zwei Jahre verheiratet oder in einer eheähnlichen Gemeinschaft lebten. Die Teilnehmenden wurden mittels mehrstufiger Stichprobe aus einem städtischen Bezirk ausgewählt. Die Datenerhebung erfolgte durch interviewbasierte Fragebögen, die an das WHO‑Instrument zur Erfassung von Gewalt gegen Frauen angepasst wurden.
Demografische Merkmale
Das Durchschnittsalter der befragten Bürger betrug 37,4 ± 8 Jahre, während das Durchschnittsalter ihrer Ehepartner 44,4 ± 8,7 Jahre lag.
Verteilung der Gewaltformen
Emotionale Gewalt wurde von 78 % der Befragten im gesamten Lebensverlauf angegeben, 47,8 % im letzten Jahr. Physische Gewalt wurde von 54 % (lebenslang) bzw. 27,5 % (letztes Jahr) erlebt, sexuelle Gewalt von 18 % bzw. 9,4 %.
Bestimmende Faktoren für Gewalt
Ehepartner, die in einer eheähnlichen Gemeinschaft lebten, und Bürger, deren Ehe 2–10 Jahre zurücklag, wiesen höhere Wahrscheinlichkeiten für emotionale und allgemeine Gewalt auf. Bürger ohne formale Schulbildung zeigten ein geringeres Risiko für jegliche Gewalt (adjustierter Odds Ratio 0,15, 95 %‑KI 0,04–0,67). Jüngere Ehepartner erhöhten das Risiko (aOR 6,91, 95 %‑KI 2,21–21,66), ebenso das Vorhandensein außerehelicher Beziehungen (aOR 2,30, 95 %‑KI 1,29–4,10).
Spezifische Risikofaktoren für physische Gewalt
Ehepartner, die täglich oder fast täglich Alkohol konsumierten, erhöhten das Risiko für physische Gewalt (aOR 2,18, 95 %‑KI 1,10–4,30). Schlechte Kommunikation zwischen den Partnern verdoppelte die Wahrscheinlichkeit, und Bürger, deren Schwiegermütter selbst Gewalt erfahren hatten, waren ebenfalls stärker gefährdet.
Einstellungen zu Geschlechterrollen
Bürger, die negative Einstellungen zu traditionellen Geschlechterrollen vertraten, hatten ein erhöhtes Risiko, irgendeine Form von Partnergewalt zu erfahren.
Schlussfolgerungen und Handlungsbedarf
Die Untersuchung dokumentiert eine sehr hohe Prävalenz von Partnergewalt in einem städtischen Gebiet von Nigeria. Die Autoren empfehlen gezielte Interventionen für besonders gefährdete Gruppen sowie umfassende, sektorübergreifende Maßnahmen, um traditionelle Normen zu hinterfragen, die Selbstbestimmung von Bürgern zu stärken und rechtliche sowie gesundheitliche Unterstützungsstrukturen auszubauen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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