Hohe psychische Belastungen bei dominikanischen Schweine‑Veterinären im Zuge der Afrikanischen Schweinepest
Hintergrund der Pandemie
Die Afrikanische Schweinepest (ASF) hat sich seit 2022 zu einer weltweiten Pandemie entwickelt und fast zwei Millionen Schweine infiziert. In der Dominikanischen Republik ist das Virus seit 2021 nachweislich aktiv.
Rolle der Veterinäre im Notfall
Veterinäre gelten als zentrale Ersthelfer bei tierischen Gesundheitskrisen und stehen dabei einem erhöhten Risiko psychischer Belastungen gegenüber, insbesondere wenn Einsätze über längere Zeit andauern.
Studiendesign und Datenerhebung
Die vorliegende Untersuchung kombinierte quantitative Fragebögen mit qualitativen Fokusgruppen und setzte Netzwerk‑Analyse ein, um die mentalen und sozialen Auswirkungen von ASF auf 29 in der Dominikanischen Republik tätige Schweine‑Veterinäre zu erfassen.
Quantitative Befunde
Die Auswertung zeigte, dass Ärger und Hoffnungslosigkeit zu den am stärksten ausgeprägten Emotionen gehörten. In der Netzwerk‑Analyse bildeten diese beiden Variablen zentrale Knotenpunkte.
Qualitative Erkenntnisse
Veterinäre berichteten über ein wahrgenommenes Defizit an Kommunikation, Vertrauen und Transparenz zwischen Regierungsbehörden, ihnen selbst und den Schweinehaltern. Diese Faktoren standen in engem Zusammenhang mit den genannten negativen Gefühlen.
Implikationen für die mentale Gesundheit
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die psychische Belastung von Veterinären in Tierseuchen‑Szenarien häufig vernachlässigt wird. Laut den Forschern besteht ein dringender Handlungsbedarf, um Unterstützungsmechanismen zu etablieren.
Relevanz für zukünftige Zoonosen
Angesichts weiterer emergierender zoonotischer Krankheiten wie der Vogelgrippe betonen die Autoren, dass die Berücksichtigung der mentalen Gesundheit von Ersthelfern die Gesamteffektivität von Eindämmungsmaßnahmen steigern kann.
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Die Studie empfiehlt, Kommunikationsstrukturen zu stärken, klare Leitlinien für den Informationsaustausch zu entwickeln und gezielte psychologische Unterstützungsangebote für Veterinäre bereitzustellen, um die Resilienz des Gesundheitssystems zu erhöhen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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