In einer retrospektiven Einzelzentrum‑Studie wurden 58 Patient mit Verdacht auf primären Brustkrebs zwischen Februar 2023 und November 2025 mittels Al¹⁸F‑NOTA‑FAPI‑04 PET/CT untersucht. Im Vergleich zum pathologischen Goldstandard ergab die Bildgebung eine Sensitivität von 95,9 % (95 % CI 86,3 %–99,5 %), eine Spezifität von 88,9 % (95 % CI 51,9 %–99,7 %) und eine Gesamtexaktheit von 94,8 % (95 % CI 85,8 %–98,9 %).
Studienaufbau
Die Analyse umfasste 58 weibliche Patient, von denen 49 malign und 9 benigne Läsionen aufwiesen. Alle Untersuchungen erfolgten vor operativem Eingriff oder Kernbiopsie. SUVmax‑ und SUVmean‑Werte wurden im Rahmen einer ROI‑Analyse ermittelt und anhand von Schwellenwerten (SUVmax > 2,5 oder Tumor‑zu‑Hintergrund‑Verhältnis ≥ 1,5) klassifiziert.
Diagnostische Leistung
Alle 53 primären Tumoren wurden von Al¹⁸F‑NOTA‑FAPI‑04 PET/CT erkannt (Detektionsrate 100 %). Von 87 untersuchten Lymphknotenmetastasen konnten 84 korrekt identifiziert werden, was einer Detektionsrate von 96,5 % entspricht.
Uptake‑Parameter
Maligne Läsionen zeigten mediane SUVmax‑Werte von 13,20 (IQR 9,55–17,85) und SUVmean‑Werte von 8,15 (IQR 5,68–10,92). Benigne Läsionen wiesen mediane SUVmax‑Werte von 2,13 (IQR 1,56–2,89) und SUVmean‑Werte von 1,35 (IQR 0,98–1,86) auf; beide Unterschiede waren statistisch signifikant (P < 0,001).
Statistische Befunde
Bei den untersuchten pathologischen Typen, molekularen Subtypen sowie den immunhistochemischen Markern ER, PR, HER2 und Ki‑67 zeigten die Uptake‑Parameter keine signifikanten Unterschiede (alle P > 0,05). Die Autoren führen dies auf mögliche Typ‑II‑Fehler zurück, da die Teilgruppen klein und die statistische Power begrenzt war (Power 29,7 %–62,3 %). Ebenso bestand kein signifikanter Zusammenhang zwischen Läsionsgröße und SUVmax (r = 0,186) bzw. SUVmean (r = 0,165).
Klinische Bedeutung
Die Ergebnisse legen nahe, dass Al¹⁸F‑NOTA‑FAPI‑04 PET/CT als ergänzendes Diagnoseinstrument bei Patient mit dichtem Brustgewebe oder Diabetes eingesetzt werden kann. Zudem eignet sich die Methode für das primäre nodale Staging und zur Klärung unklarer Befunde.
Ausblick
Die Studie betont die Notwendigkeit größerer, ausgewogener Kohorten, um die Korrelation zwischen Tracer‑Uptake und pathologischen Merkmalen robust zu prüfen und die Anwendungsmöglichkeiten weiter zu validieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
