Sonstige: Hohe Suizidrate unter vietnamesischen LGBTQ‑Jugendlichen
Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass mehr als die Hälfte der befragten LGBTQ‑Jugendlichen in Vietnam im Laufe ihres Lebens über Suizid nachgedacht hat (56,5 %). Etwa ein Drittel (32,1 %) hatte konkrete Pläne, und fast ein Siebtel (16,9 %) hat versucht, ihr Leben zu beenden. Im vergangenen Jahr berichteten 5,5 % von Suizidgedanken, 3,6 % von Plänen und 3,1 % von Versuchen.
Studienmethodik
Die Erhebung erfolgte online von Februar bis April 2025. Insgesamt 384 Personen im Alter von 18 bis 24 Jahren, die in Vietnam leben und sich als LGBTQ identifizieren, nahmen teil. Die Rekrutierung erfolgte über von der LGBTQ‑Gemeinschaft geleitete oder unterstützende soziale Medien und Netzwerke.
Messinstrumente
Suizidverhalten wurde anhand eines standardisierten Fragebogens erfasst. Zusätzlich wurden Symptome von Depression, Angst und Stress mit der Depression‑Anxiety‑Stress‑Skala (DASS‑21) gemessen. Das monatliche Einkommen wurde in US‑Dollar‑Bandbreiten angegeben.
Risikofaktoren
Multivariate logistische Analysen ergaben, dass hoher Stress das Risiko für Suizidgedanken und -pläne um das 4,5‑Fache (AOR = 4,52; 95 %‑KI = 2,35–8,72) und Angst das Risiko um das 2‑Fache (AOR = 2,12; 95 %‑KI = 1,03–4,34) erhöht. Für tatsächliche Suizidversuche war Angst der einzige signifikante Prädiktor (AOR = 4,30; 95 %‑KI = 1,28–14,41).
Schutzfaktoren
Ein monatliches Einkommen von mindestens 386 USD und das Wohnen in ländlichen Gebieten waren mit einem geringeren Risiko für Suizidgedanken verbunden.
Implikationen
Die Ergebnisse legen nahe, dass Präventionsstrategien routinemäßige Screenings auf Angst und Stress beinhalten sollten. Zudem wird ein LGBTQ‑affirmierender Ansatz empfohlen, der gleichzeitig ökonomische Unsicherheiten adressiert.
Einschränkungen
Die Stichprobe stammt aus einer online‑basierten Erhebung und ist überwiegend urban geprägt, wodurch die Ergebnisse nicht vollständig auf alle LGBTQ‑Jugendlichen in Vietnam übertragbar sind.
Fazit
Suizidalität ist in dieser zugänglichen, stark vernetzten Subpopulation von LGBTQ‑Jugendlichen in Vietnam besonders verbreitet. Psychische Belastungen, insbesondere Angst und Stress, stehen in engem Zusammenhang mit suizidalen Handlungen, während ökonomische Stabilität und ländliche Residenz potenziell schützende Rollen spielen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access).
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