Im Zeitraum vom 1. April bis zum 30. September 2025 wurden neu eingelassene Gefangene in drei Justizvollzugsanstalten der Provinz Thailand routinemäßig auf Syphilis untersucht. Insgesamt 255 Personen nahmen an der Untersuchung teil.
Hintergrund
Syphilis bleibt weltweit ein bedeutendes Gesundheitsproblem, insbesondere in geschlossenen Einrichtungen, wo die Übertragungsgefahr erhöht ist. Die vorliegende Untersuchung zielte darauf ab, Faktoren zu ermitteln, die das Infektionsrisiko bei neu eintretenden Insassen beeinflussen.
Methodik
Es handelte sich um eine Fall‑Kontroll‑Studie. Fälle (n=51) waren Gefangene mit positivem Syphilis‑Screening, Kontrollen (n=204) waren negativ getestete Insassen. Die Auswahl erfolgte zufällig aus allen neu eingelassenen Personen, die zwischen den genannten Daten gescreent wurden. Daten wurden mittels validierter Fragebögen und Aktenaufzeichnungen erhoben. Zur Analyse wurden multivariate logistische Regressionsmodelle verwendet; Signifikanz wurde bei p < 0,05 angenommen.
Ergebnisse
Die multivariate Analyse zeigte fünf signifikante Risikofaktoren: homosexuelle oder bisexuelle Orientierung (adjustierter Odds Ratio = 9,59; 95 %‑KI 1,81–50,92), Vorgeschichte von sexuell übertragbaren Infektionen (AOR = 38,03; 95 %‑KI 10,46–138,31), Analverkehr (AOR = 4,47; 95 %‑KI 1,05–19,12), ungeschützter Geschlechtsverkehr (AOR = 13,82; 95 %‑KI 3,38–56,43) sowie intravenöser Drogenkonsum (AOR = 45,60; 95 %‑KI 2,88–722,12). Die übrigen untersuchten Variablen zeigten keinen signifikanten Zusammenhang.
Diskussion
Die Befunde verdeutlichen, dass sexuelle Orientierungen, frühere sexuell übertragbare Infektionen und riskante Verhaltensweisen stark mit einer Syphilis‑Infektion bei neu eingelassenen Gefangenen korrelieren. Der sehr hohe AOR für intravenösen Drogenkonsum unterstreicht die Notwendigkeit, Suchtverhalten in Präventionsstrategien zu integrieren.
Schlussfolgerungen
Der Eintritt in die Haft bietet einen kritischen Zeitpunkt für das Screening auf Syphilis. Risikobasierte Screening‑Strategien, die Personen mit den identifizierten Verhaltensmustern priorisieren, könnten die Übertragung innerhalb von Justizvollzugsanstalten reduzieren.
Empfehlungen
Auf Basis der Ergebnisse wird empfohlen, bei der Aufnahme von Insassen standardisierte Tests für Syphilis durchzuführen und gleichzeitig Aufklärungsprogramme zu sexueller Gesundheit und Drogenprävention zu implementieren.
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