USA: Hohe Übereinstimmung von Rhinoswab und kombinierten Nasen‑ und Rachenabstrichen bei Atemwegsvirus‑Nachweis
Eine aktuelle Untersuchung zeigte, dass das neuartige Rhinoswab‑Verfahren bei der RT‑qPCR‑Diagnostik von Influenza‑A, Influenza‑B und SARS‑CoV‑2 nahezu identische Ergebnisse wie herkömmliche kombinierte Nasen‑ und Rachenabstriche (NTS) liefert.
Hintergrund und Zielsetzung
Forscher*innen wollten klären, ob ein ausschließlich nasaler Abstrich ausreichend ist, um die diagnostische Leistungsfähigkeit bei symptomatischen ambulanten Patienten sicherzustellen. Ziel war ein Vergleich der diagnostischen Übereinstimmung zwischen NTS und dem anterioren Nasenabstrich Rhinoswab (RhinoMed, Cremorne, Australien).
Studienaufbau
Im Rahmen einer prospektiven Studie wurden in einer Klinik in Hongkong Patienten mit fieberhafter akuter Atemwegserkrankung eingeschlossen. Jeder Teilnehmer lieferte ein Paar von Proben – einen kombinierten NTS und einen Rhinoswab – die anschließend mittels RT‑qPCR auf Influenza‑A, Influenza‑B, SARS‑CoV‑2 sowie das humane RNase‑P‑Gen als internen Kontrollmarker getestet wurden.
Teilnehmerzahl und Zeitraum
Zwischen Mai 2023 und April 2024 stellten 488 Patienten ihre Proben zur Verfügung. Die Stichprobe umfasste sowohl jüngere als auch ältere Erwachsene, die sich mit typischen Symptomen einer Atemwegsinfektion präsentierten.
Ergebnisse zur Übereinstimmung
Die Gesamtübereinstimmung zwischen Rhinoswab und NTS betrug 98,0 % (95 % KI: 96,3 %–99,0 %) für Influenza‑A, 99,0 % (95 % KI: 97,6 %–99,7 %) für Influenza‑B und ebenfalls 99,0 % (95 % KI: 97,6 %–99,7 %) für SARS‑CoV‑2.
Statistische Bewertung
Cohen‑s Kappa bestätigte die hohe Übereinstimmung: 0,95 (95 % KI: 0,92–0,98) für Influenza‑A, 0,94 (95 % KI: 0,88–0,99) für Influenza‑B und 0,92 (95 % KI: 0,85–0,99) für SARS‑CoV‑2.
CT‑Wert‑Korrelation und Diskrepanzen
Die Zyklusrichtungs‑(Ct‑)Werte des Rhinoswab korrelierten moderat mit denen des NTS für alle drei Viren sowie für RNase‑P. Die Mehrzahl der abweichenden Proben wies Ct‑Werte von 30 oder höher auf (16 von 18, 88,9 %).
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse legen nahe, dass das weniger invasive Rhinoswab‑Verfahren eine praktikable Alternative zu kombinierten Nasen‑ und Rachenabstrichen darstellt, ohne die diagnostische Genauigkeit zu beeinträchtigen.
Implikationen für die Praxis
Durch die geringere Belastung für den Patienten könnte der Rhinoswab die Akzeptanz von Testungen erhöhen und den Ablauf in klinischen Settings vereinfachen, insbesondere bei großflächigen Screening‑Programmen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Uebertragung