Germany: HPV‑Infektion erhöht das Risiko für Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen bei Patientinnen
Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie aus Schweden zeigt, dass Patientinnen mit einer diagnostizierten HPV‑Infektion ein um 7 % erhöhtes Risiko für das Auftreten von Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen (CVD) und ein um 25 % erhöhtes Risiko für CVD‑bezogene Mortalität aufweisen. Der absolute Unterschied ist jedoch gering, wobei die meisten zusätzlichen Fälle im ersten Jahr nach der Infektion auftreten.
Studienaufbau und Datengrundlage
Die Untersuchung nutzte nationale Registerdaten und identifizierte zwischen 2006 und 2024 insgesamt 497.445 Patientinnen mit einer erstmaligen HPV‑Diagnose. Jeder Patientin wurden fünf altersgleiche Patientinnen ohne HPV‑Diagnose gegenübergestellt. Zusätzlich wurden 143.787 Patientinnen mit HPV‑Infektion mit ihren 174.637 nicht infizierten Vollgeschwistern verglichen, um familiäre Einflussfaktoren zu kontrollieren.
Beobachtete Ereignisse und Inzidenzraten
Während der Nachbeobachtungszeit traten bei den infizierten Patientinnen 28.793 CVD‑Ereignisse auf (Inzidenz 8,27 pro 1.000 Personen‑Jahre), verglichen mit 128.373 Ereignissen bei den nicht infizierten Patientinnen (Inzidenz 7,93). Für CVD‑bezogene Todesfälle wurden 1.221 Fälle bei den infizierten und 4.941 Fälle bei den nicht infizierten Patientinnen verzeichnet (Mortalität 33,73 bzw. 29,39 pro 100.000 Personen‑Jahre).
Risikobewertung und zeitlicher Verlauf
Nach Adjustierung für sozioökonomische Merkmale, HPV‑Impfstatus, chronische Vorerkrankungen und familiäre Krankheitsgeschichte betrug das adjustierte Hazard Ratio (HR) für das Auftreten von CVD 1,07 (95 % CI 1,05‑1,08). Für CVD‑bezogene Mortalität lag das HR bei 1,25 (95 % CI 1,16‑1,34). Im ersten Nachbeobachtungsjahr waren die HRs besonders hoch (CVD HR 1,43; Mortalität HR 1,86) und nahmen danach auf 1,02 bzw. 1,21 ab.
Ergebnisse aus dem Geschwistervergleich
Der Vergleich mit unveränderten Vollgeschwistern bestätigte die positiven Assoziationen: Das adjustierte HR für CVD betrug 1,05 (95 % CI 1,01‑1,08) und für CVD‑bezogene Mortalität 1,25 (95 % CI 1,01‑1,53).
Einschränkungen der Studie
Die Beobachtungsnatur der Analyse verhindert kausale Schlussfolgerungen. Zudem könnte eine Fehlklassifizierung von HPV‑Infektionen das Ergebnis in Richtung Null verzerrt haben.
Implikationen für die klinische Praxis
Die Ergebnisse legen nahe, dass Ärztinnen und Ärzte das leicht erhöhte kardiovaskuläre Risiko bei Patientinnen mit kürzlich diagnostizierter HPV‑Infektion berücksichtigen sollten, ohne jedoch übermäßige Besorgnis zu wecken, da der absolute Unterschied gering bleibt.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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