USA: Hubble liefert Beweis für frühe Galaxienverschmelzung
Neue Erkenntnisse zur Entstehung der Milchstraße
Neue Forschungsergebnisse des Weltraumteleskops zeigen, dass vor etwa 11,8 Milliarden Jahren ein Zwerggalaxie‑Zusammenstoß die junge Milchstraße prägte. Die Analyse basiert auf hochauflösenden Aufnahmen von Globularhaufen, die im Inneren von rund 20.000 Lichtjahren um das galaktische Zentrum liegen.
Methodik und Datenbasis
Ein Team von Wissenschaftlern untersuchte 39 Globularhaufen mit dem Hubble‑Teleskop und ergänzte die Messungen durch Daten der ESA‑Mission Gaia. Durch die Bestimmung von Alter und Metallizität konnten sie eine dritte Gruppe von Sternhaufen identifizieren, die älter als die aus dem Gaia‑Sausage‑Enceladus‑Ereignis, aber jünger als einheimische Haufen sind.
Identifikation der LKH‑Galaxie
Die Forscher nannten die zuvor hypothetische Zwerggalaxie „Low‑energy‑Kraken‑Heracles“ (LKH). Laut Berechnungen enthielt sie etwa 5 × 10⁸ Sonnenmassen an Sternen – ein erheblicher Anteil der damaligen Milchstraßenmasse. Die Ergebnisse wurden am Montag im Fachjournal Nature Astronomy veröffentlicht.
Aussagen der Projektleiter
„Unser Haus, die Milchstraße, wurde nicht allein aus eigenen Bausteinen gebaut“, erklärte Davide Massari, leitender Autor und Astrophysiker am Observatorium für Astrophysik und Weltraumwissenschaften in Bologna. Chiara Zerbinati, Mitautorin von der Universität Bologna, betonte, dass die Kombination aus Hubble‑ und Gaia‑Daten die Unterscheidung der Haufen erst möglich machte.
Bedeutung für das galaktische Evolutionsmodell
Die Entdeckung legt nahe, dass bereits in den ersten zwei Milliarden Jahren nach dem Urknall massive Verschmelzungen stattfanden. Das widerspricht früheren Modellen, die annahmen, dass die frühesten Sterne ausschließlich in der eigenen Galaxie entstanden seien.
Zukünftige Forschungspläne
Das Team plant, weitere Globularhaufen zu untersuchen, um die gesamte Geschichte der Milchstraße zu rekonstruieren. Fernando Aguado‑Agelet, Mitautor aus Vigo, betonte, dass noch unzählige Haufen zu analysieren seien, um alle großen Verschmelzungen zu kartieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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