Die humanitäre Situation in Afghanistan hat sich im Juni 2026 weiter verschärft. Laut der UN-Hilfskoordinierungsstelle OCHA benötigen fast 22 Millionen Menschen Unterstützung, während die UN‑Finanzierungsaktion von 1,7 Milliarden US‑Dollar nur zu 14 Prozent finanziert ist.
Wasserknappheit und Vertreibung
Olga Cherevko von OCHA berichtete, dass in der Provinz Bamyan nahezu die Hälfte der Bevölkerung das Dorf verlassen habe, weil kein Wasser mehr für die Bewässerung zur Verfügung stehe. Die zurückgebliebenen Bürger seien häufig gezwungen, vor Ort zu bleiben, weil sie sich keinen Umzug leisten könnten.
Kinder mit akuter Unterernährung
Im Jahr 2026 leiden schätzungsweise 3,7 Millionen Kinder in Afghanistan an akuter Unterernährung. Cherevko erklärte, dass in manchen UN‑unterstützten Kliniken Kinder sterben, weil die Eltern das Ausmaß der Erkrankung nicht erkennen. Die UN versucht, durch Screening, medizinische Versorgung und Aufklärungsarbeit in abgelegenen Gemeinden gegenzusteuern.
RĂĽckkehrer und ihre Situation
Die UN-Flüchtlingsagentur UNHCR meldete, dass in der Woche bis zum 20. Juni 2026 rund 8 000 Personen nach Afghanistan zurückgekehrt seien. Viele dieser Rückkehrer hätten nie zuvor im Land gelebt und seien nun mit einer prekären Existenz konfrontiert, weil sie weder Unterkunft noch Arbeit finden.
Einschränkungen im Bildungszugang und Fachkräftemangel
Cherevko wies darauf hin, dass Beschränkungen im Bildungszugang für junge Menschen die Zukunftsperspektiven der Haushalte beeinträchtigen. Der Mangel an Fachkräften, insbesondere im medizinischen Bereich, erschwere die Bereitstellung lebensrettender Gesundheitsdienste erheblich.
Umfang der humanitären Hilfe
Von Januar bis April 2026 erreichten Hilfspartner 5,9 Millionen Menschen mit mindestens einer Form von Unterstützung; davon erhielten 3,5 Millionen Personen Nahrungsmittelhilfe. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der akuten Nahrungsmittelunsicherheit und den Bedarf an kontinuierlicher Hilfe.
Ausblick und Forderungen
Die OCHA betont, dass die Situation in abgelegenen Regionen ohne zusätzliche Finanzmittel weiter „unmöglich“ werden könnte. Sie fordert die internationale Gemeinschaft auf, die Finanzierungsquote zu erhöhen, um die Grundbedürfnisse der betroffenen Bürger zu decken.
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