Deutschland: Humanitäre Lage in Gaza verschärft sich trotz UN‑Lieferungen
Die humanitäre Situation im Gazastreifen hat sich erneut verschlechtert, nachdem seit Beginn des Irankriegs weniger als die Hälfte der vereinbarten 600 Lastwagen pro Tag die Menschen erreichen.
Entwicklung seit dem Waffenstillstand
Nach Inkrafttreten des Waffenstillstandsabkommens Anfang Oktober 2025 war zunächst eine Verbesserung der Lebensmittelversorgung zu verzeichnen. Der UN‑Koordinator für die besetzten palästinensischen Gebiete, Ramiz Alakbarov, berichtete, dass die Vereinten Nationen die vereinbarte Menge an Hilfsgütern erfolgreich transportieren konnten.
Aktuelle Versorgungsengpässe
Seit dem Beginn des Irankriegs habe sich die Lage jedoch deutlich verschlechtert. Laut Alakbarov erreichten in den letzten Wochen wieder mehr Lieferungen, jedoch blieben Müllentsorgung, Abwasserbehandlung und Unterbringung problematisch. Ratten und andere Nagetiere dringen in die Unterkünfte ein, und viele Kinder leiden unter Krätze.
Opferzahlen und Vorfälle
Auf Nachfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nannte der UN‑Koordinator, dass seit Beginn der Waffenruhe mehr als 700 Menschen getötet worden seien. Ein kürzlich gemeldeter Vorfall betraf einen Zivilisten, der beim Wasserholen von einer Drohne getroffen wurde.
Parlamentarische Reaktionen
Ein Abgeordneter der Unionsfraktion begrüßte die klare Position des UN‑Koordinators zur Entwaffnung der Hamas. Vertreter der AfD fragten nach den Auswirkungen der anhaltenden Gewalt im Westjordanland, während ein SPD‑Abgeordneter nach Schritten zur Zweistaatenlösung fragte. Die Links‑Fraktion betonte die Notwendigkeit, den Nährboden für Terror zu beseitigen.
Langfristige Perspektiven
Alakbarov wies darauf hin, dass 83 Prozent der Menschen in Gaza unterhalb grundlegender humanitärer Standards leben. Er forderte verstärkten interreligiösen Dialog und einen regionalen Friedensprozess, um die Lebensbedingungen zu verbessern und die Gefahr für die internationale Sicherheit zu reduzieren.
Ausblick auf politische Entwicklungen
Im Hinblick auf die palästinensischen Gebiete erwähnte Alakbarov, dass seit 20 Jahren keine Wahl mehr stattgefunden habe und dass Ende April Kommunalwahlen geplant seien, obwohl konkrete Pläne noch ausstehen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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