Humanitäre Lage in Tschad bleibt angesichts von vier Millionen Hilfsbedürftigen kritisch
Die humanitäre Situation in Zentralafrika hat sich im vergangenen Jahr leicht verbessert, bleibt jedoch angesichts von vier Millionen Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, kritisch. Der Bericht stammt vom 5. Februar 2026 und bezieht sich auf die Lage in Tschad, dem größten Flüchtlingsaufnahmeland pro Kopf in Afrika.
Flüchtlingszahlen und humanitäre Belastung
Der seit April 2023 andauernde Konflikt in Sudan hat nach Angaben der Vereinten Nationen 14 Millionen Menschen vertrieben. Tschad hat seit Beginn der Auseinandersetzung mehr als 900 000 sudanesische Flüchtlinge aufgenommen und beherbergt insgesamt über 1,5 Millionen Flüchtlinge. Damit benötigen rund 40 % der einheimischen Bevölkerung humanitäre Hilfe.
Armut, Klima und Ernährungssicherheit
Mit einem Armutsanteil von 42 % gehört Tschad zu den ärmsten Ländern der Welt. Im Jahr 2024 zerstörten Überschwemmungen 432 000 Hektar Ackerland, trafen fast zwei Millionen Menschen und lösten Choleraausbrüche im Juli desselben Jahres aus. Der Integrated Food Security Phase Classification warnt, dass zwischen Oktober 2025 und September 2026 etwa zwei Millionen Kinder im Alter von sechs bis 59 Monaten von akuter Unterernährung betroffen sein könnten, darunter rund 484 000 mit schwerer akuter Unterernährung.
Sicherheitslage
Extremistische Gruppen, darunter Boko Haram und verbündete Milizen, haben im Seen‑Chad‑Becken über 250 000 Menschen vertrieben. Zusätzlich überlappen illegale Bergbau‑ und Schleusungsnetzwerke mit Ausbeutung von Arbeitskräften, was die humanitäre Lage weiter verschärft.
Reaktion der Vereinten Nationen
Seit April 2023 haben die tschadische Regierung und das UN‑Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) 67 % der Flüchtlinge in erweiterte und neu eingerichtete Siedlungen umgesiedelt. Der UN‑Humanitäre Aktionsplan 2026 sieht ein Budget von 986 Millionen USD vor, davon 540 Millionen USD speziell für Flüchtlinge, um insgesamt 3,4 Millionen Menschen zu unterstützen. Der UN‑Sprecher Stéphane Dujarric erklärte am Mittwoch, dass die Bemühungen auf die am stärksten betroffenen Regionen im Osten, der Seen‑Provinz und Teilen des Südens konzentriert werden.
Persönliche Schicksale
Radwa Abdelkarim, 37 Jahre alt, floh im Juni 2023 nach Tschad, nachdem der Krieg ihr Hab und Gut zerstört hatte. Mit finanzieller Unterstützung von UNHCR gründete er in der Farchana‑Flüchtlingssiedlung ein Bäckereigeschäft, eröffnete anschließend zwei Lebensmittelgeschäfte und ein Restaurant und beschäftigt inzwischen zwölf weitere Geflüchtete.
Ausblick
Am 19. Februar wird der UN‑Sicherheitsrat eine Sitzung abhalten, um die anhaltende Krise in Sudan zu erörtern und Wege zur Beendigung der Kämpfe sowie zur Linderung des Leidens zu diskutieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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