UN: Hundertfach israelische Angriffe und Luftraumverletzungen in Libanon über Wochenende
In den letzten Tagen kam es zu einer deutlichen Zunahme militärischer Aktivitäten im Südlibanon, wobei israelische Streitkräfte 455 Geschosse in das Gebiet abgefeuert und die libanesische Luftzone 97‑mal verletzt haben. Die Angaben stammen von der UN‑Friedensmission im Land, die das Geschehen zwischen Freitag und Sonntag beobachtete.
Projektile und Luftraumverletzungen
Am Samstag allein wurden 229 Geschosse registriert – die höchste Tageszahl seit dem 21. Juni. Zusätzlich erfolgte ein Luftangriff in Al Mansuri am Sonntagmorgen. Die meisten Verstöße gegen den Luftraum wurden von Drohnen begangen, jedoch waren auch Hubschrauber und Kampfflugzeuge beteiligt, erklärte Farhan Haq, stellvertretender Sprecher der UN.
Entdeckte Waffen und Sprengstoffe
Gleichzeitig fanden Friedenssoldaten zwei israelische Boote, die kurzzeitig nordwärts durch libanesische Gewässer fuhren, bevor sie wieder südwärts kehrten. Zwei Merkava‑Panzer feuerten drei Granaten nach Osten, die etwa 200 Meter von einer UN‑Stellung landeten. In einer gemeinsamen Patrouille von UN‑Truppen und libanesischer Armee wurde ein 107‑mm‑Raketenwerfer samt Munition entdeckt und an die nationalen Kräfte übergeben. Darüber hinaus wurden in den Sektoren Ost und West mehrere nicht detonierte Sprengkörper sowie improvisierte Sprengsätze gefunden und gesichert.
Bedeutung von Resolution 1701
Die Aktivitäten verstoßen gegen die Sicherheitsratsresolution 1701, die 2006 als Rahmen für Frieden und Stabilität im Süden Libanons beschlossen wurde. Hervé Lecoq, stellvertretender Missionsleiter der UN‑Friedensmission, betonte, dass die Resolution nach wie vor die Grundlage für aktuelle und zukünftige Initiativen bilde: „Alle Initiativen, die derzeit diskutiert werden, bauen auf Resolution 1701 auf“, sagte er.
Humanitäre Unterstützung
Parallel zu den sicherheitsrelevanten Aufgaben koordinierten die Friedenssoldaten humanitäre Einsätze. Am Freitag unterstützten sie drei Hilfslieferungen in den betroffenen Sektoren, die in Zusammenarbeit mit dem UN‑Hilfswerk OCHA durchgeführt wurden.
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